IWF-Chef "Finanzkrise gut gemanagt"

Die Finanzmärkte durchlaufen nach Ansicht von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn derzeit keine schwere Krise, sondern befinden sich lediglich in Turbulenzen.

Mailand - Die Notenbanken hätten bislang angemessen auf die Kreditklemme reagiert, sagte Strauss-Kahn in einem Interview der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore" vom Mittwoch.

Zwar habe es in den vergangenen Wochen immer wieder Auf- und Abschwünge gegeben, weil die Märkte wohl weitere Maßnahmen von den Zentralbanken erwartet hätten. "Doch bis jetzt ist die Krise gut gemanagt worden", sagte der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die US-Wirtschaft wird nach Ansicht von Strauss-Kahn wegen der Kreditmarktkrise weniger wachsen und dabei auch die Konjunktur in Europa im kommenden Jahr drosseln. Für die Weltwirtschaft sei ebenfalls mit einer Abkühlung zu rechnen, nicht aber mit einer Rezession.

Die Klemme am Geldmarkt war entstanden, weil sich die Geschäftsbanken wegen der von den USA ausgehenden Kreditkrise in den vergangenen Wochen nur widerwillig gegenseitig Geld geliehen hatten. Als Folge waren die Zinssätze für Geschäfte mit einer Laufzeit bis ins neue Jahr hinein immer weiter gestiegen. Die Zentralbanken in Nordamerika und Europa reagierten daher vor kurzem mit einer gemeinsamen Finanzspritze, um den für das Jahresende befürchteten Liquiditätsengpass an den globalen Geldmärkten zu verhindern.

manager-magazin.de mit Material von reuters