Börsenschluss Harmonischer Wochenausklang

Der Rettungsplan der US-Regierung für Subprime-Schuldner hat die Anleger wieder an den Aktienmarkt gelockt. Der Dax überschritt daraufhin zweimal kurz die 8000-Punkte-Marke. Schließlich konnte der Index dieses hohe Niveau jedoch nicht halten.

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienindizes haben am Freitag Kursgewinne verzeichnet. Der Leitindex Dax  schaffte es nur kurz über die 8000-Punkte-Marke und ging aber dennoch mit einem Plus von 0,67 Prozent auf 7994,07 Zählern aus dem Handel. Das Tageshoch hatte bei 8009,76 Punkten gelegen. Im Wochenverlauf hatte der deutsche Leitindex rund 124 Zähler oder 1,57 Prozent zugelegt.

Der MDax  der mittelgroßen Werte gewann 1,36 Prozent auf 9956,97 Punkte zu. Für das Technologiebarometer TecDax  ging es um 0,64 Prozent auf 984,59 Zähler aufwärts.

Aus den USA schwappte Händlern zufolge neuer Optimismus auf den deutschen Aktienmarkt über, nachdem die US-Regierung umfangreiche Hilfen für in Zahlungsnot geratene Hausbesitzer angekündigt hatte. Auch der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht habe hieran nichts geändert. Sowohl Beschäftigungszahl als auch Stundenlöhne waren im November stärker gestiegen als erwartet. "Titel wie Telekom und Versicherer - die lange Zeit im Schatten gestanden haben - rücken wieder in den Fokus. Dies könnte dem Markt doch noch zur Jahresendrally verhelfen", sagte Thilo Müller von MB Fund Advisory.

Es gebe immer mehr negative Veröffentlichungen zur Auswirkung der Kreditkrise in den USA. Dass halte allerdings das Zinsniveau niedrig und die Zinsfantasie hoch, was wiederum die Börsen stütze.

Versicherer zählten zu den Favoriten im Dax. Münchener Rück legten an der Dax-Spitze 5,16 Prozent auf 131,60 Euro zu. Der schwedische Großinvestor Cevian Capital will laut einem Bericht der "Financial Times" den Rückversicherer zu wesentlichen operativen, strategischen und finanziellen Veränderungen bewegen. Damit soll auch der Aktienkurs gesteigert werden, berichtete die Zeitung. Analysten gehen hingegen nicht davon aus, dass die Äußerungen tatsächlich eine Änderung in der Unternehmensstrategie nach sich ziehen werden. Allianz  gewannen 2,69 Prozent auf 143,75 Euro zu. Händler verwiesen hier auch auf das positive Chartbild als stützenden Faktor.

"In voller Fahrt"

T-Aktien gaben ihre frühen Kursgewinne in Reaktion auf eine überraschende Erhöhung der Dividende wieder vollständig ab und verloren 0,27 Prozent auf 15,05 Euro. Die Deutsche Telekom  will für das laufende Geschäftsjahr 0,78 Euro pro Aktie nach 0,72 Euro im Vorjahr ausschütten.

Postbank-Aktien  gaben nach Abstufungen im Anschluss an einen Investorentag 0,07 Prozent auf 58,84 Euro ab. Die Deutsche Bank  nahm ihr Votum aus Bewertungsgründen von "Buy" auf "Hold" zurück, die WestLB stufte von "Buy" auf "Add" ab. Bei der Deutschen Börse  verwiesen Händler auf Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rekordjagd bis auf ein Hoch von 136,32 Euro am Vortag. Die Aktie gab am Dax-Ende 4,26 Prozent auf 127,85 Euro ab.

Vossloh  sprangen mit plus 9,54 Prozent auf 81,98 Euro an die Spitze des MDax. Börsianer verwiesen auf die Anhebung der Unternehmensziele des Bahntechnikkonzerns. Positiv wirke auch auf die Reaktion der Deutschen Bank, die Vossloh von "Hold" auf "Buy" hochstufte. Auf Basis der neuen Prognosen bestehe ein Bewertungsabschlag von 26 Prozent im Vergleich zu den Wettbewerbern.

Erholung bei MorphoSys?

Der Verkehrstechnikkonzern sei "in voller Fahrt Richtung 2008", hieß es. Bechtle  verloren im TecDax 0,32 Prozent auf 28,40 Euro, erholten sich aber deutlich von Tagestief bei 27,14 Euro. Die als "vorsichtig" gewerteten Aussagen von Bechtle-Chef Ralf Klenk zum Dezember-Geschäft drücken laut Händlern auf die Stimmung.

WestLB-Analyst Wolfgang Fickus sagte aber: "Die Aussagen von Klenk sollten keinesfalls als Gewinnwarnung oder als Versuch gesehen werden, die Schätzungen nach unten zu reden. Bechtle zeigt sich traditionell konservativ im vierten Quartal."

MorphoSys sprangen um 9,89 Prozent auf 50,77 Euro an. Ein Börsianer werte den Anstieg als Erholungsbewegung, nachdem die Papiere nach dem Kurssprung in Reaktion auf die Novartis-Kooperation zuletzt wieder deutlich verloren hatten. "Die Konsolidierung endete fast genau an der 200-Tage-Linie", so der Börsianer.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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