Euro-Aufwertung RWI senkt Prognose

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Wachstumsprognose für 2008 deutlich gesenkt. Das reale Bruttoinlandsprodukt werde lediglich um etwa 1,7 Prozent zulegen. Bisher waren die Forscher von einem Zuwachs von 2,3 Prozent ausgegangen.

Essen - Einer der Hauptgründe für die Abkühlung der Konjunktur sei die anhaltende Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Das teilten die Forscher des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) am Donnerstag in Essen mit. Der hohe Wechselkurs der europäischen Gemeinschaftswährung verteuert die Exporte deutscher Unternehmen.

"Der Wachstumsbeitrag der Außenwirtschaft dürfte sich im nächsten Jahr deutlich verringern", hieß es in einer Mitteilung des Instituts. Auch die anziehenden Öl- und Rohstoffpreise sowie die dadurch geschmälerten Realeinkommen seien für den voraussichtlichen Dämpfer verantwortlich. Nach Einschätzung des RWI bleibt die Inflationsrate mit einem Jahresdurchschnitt von 2,4 Prozent ebenfalls auf hohem Niveau. Die Arbeitslosigkeit werde weiter abgebaut, wenngleich etwas langsamer als 2007. "Ende kommenden Jahres dürften saisonbereinigt noch etwa 3,4 Millionen Arbeitslose registriert sein."

Bei den öffentlichen Finanzen erwarten die Wissenschaftler eine Fortsetzung des positiven Trends. So dürfte der Staatshaushalt Ende 2008 annähernd ausgeglichen sein. Insgesamt werde die deutsche Wirtschaft weiter wachsen. "Die Abschwächung der Konjunktur bedeutet noch nicht das Ende des gegenwärtigen Aufschwungs, sondern markiert nur ein Zwischentief." Allerdings bestünden derzeit Risiken für die weitere Entwicklung.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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