Subprime-Krise Banker räumen Fehler ein

Vor dem britischen Parlament legen vier Großbanken die Karten auf den Tisch. Die Abgeordneten machen Citigroup, Deutsche Bank & Co. für die Krise der Hypothekenbank Northern Rock verantwortlich. In dem Ausschuss zogen die Institute erstmals eine Bilanz ihrer Subprime-Investments.

London - Der US-Finanzkonzern Citigroup  hat mit seinen Subprime-Geschäften unterm Strich ein Minus eingefahren. Die Verluste überwögen die früheren Gewinne bei weitem, sagte Europachef William Mills am Dienstag vor dem Finanzausschuss des britischen Parlaments. Gleiches erwartet die ebenfalls in Person ihres Europachefs Jeremy Palmer vorgeladene Schweizer Großbank UBS .

Dagegen rechnen die Deutsche Bank  und die US-Investmentbank Goldman Sachs  damit, dass sie letztlich an den zweitrangigen US-Hypotheken verdient haben. Eine genaue Berechnung habe aber noch nicht stattgefunden, sagten ihre Vertreter vor dem Ausschuss. Die Parlamentarier werfen den Banken vor, Risiken aus den Augen verloren, sorglos gehandelt und komplexe Produkte den Anlegern nicht erklärt zu haben.

Die von den Banken geschaffenen komplexen Finanzinstrumente seien dafür verantwortlich, dass Verluste bei Hauskrediten in Chicago die britische Hypothekenbank Northern Rock  an den Rand des Kollapses gebracht hätten. Seit September musste der britische Staat Milliardenbeträge zuschießen, um die Bank vor der Pleite zu bewahren.

Citibanker Mills führte als Grund für das schlechte Abschneiden an, dass seine Bank erst seit den vergangenen 18 bis 24 Monaten stark im Subprime-Markt engagiert sei und so die profitabelste Zeit verpasst habe. Der Markt war in diesem Sommer zusammengebrochen, weil viele Hausbesitzer die gestiegenen Hypothekenzinsen nicht mehr bezahlen konnten. Im Gegensatz zur Citigroup hat es Goldman Sachs laut Manager Gerald Corrigan mit Absicherungsgeschäften geschafft, größeren Verlusten vorzubeugen.

"Fehler wurden gemacht", räumte Goldman-Co-Chairman Gerald Corrigan ein. Die Bank habe aber nicht sorglos gehandelt und ihren Kunden Risiken verschwiegen. Besonders im Markt für Subprime-Hypotheken, Krediten für US-Hausbesitzer mit niedriger Bonität, hätten sich "in jeder Hinsicht sehr außergewöhnliche Bedingungen" gezeigt.

Nachdem J.P. Morgan Chase  seine Gewinnerwartungen für mehrere Banken kürzte, fielen deren Aktien in New York zum Teil um mehr als 4 Prozent. Die Aktien von Bear Stearns  gaben 4,5 Prozent auf 93,94 Dollar nach. Die Papiere von Goldman Sachs ermäßigten sich um 2,7 Prozent auf 220,66 Dollar, Lehman-Brothers-Aktien  verloren 4,07 Prozent auf 58,37 Dollar. Belastend wirkte auch die Einschätzung von US-Vize-Finanzminister Anthony Ryan, es werde noch lange dauern, bis nach der Immobilienkrise das Vertrauen in die Finanzmärkte wieder hergestellt sei.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.