Hypothekenkrise Rettungsplan naht

Die US-Regierung verkündet angeblich in der kommenden Woche ihren Plan, wie die Folgen der Hypothekenkrise gebremst werden sollen. Offenbar sollen die variablen Zinssätze vieler Kredite eingefroren werden. Große Banken machen mit - um die Forderungen nicht ganz abschreiben zu müssen.

New York - Das US-Finanzministerium wird nach Angaben aus informierten Kreisen in Kürze einen Plan vorstellen, der Kreditnehmern in der Hypothekenkrise helfen soll. Finanzminister Henry Paulson habe das Vorhaben am Donnertag mit hochrangigen Regulierungsbehörden und Industrieführern besprochen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus den Kreisen.

Der Plan sehe vor, dass automatisch steigende Zinssätze für zahlreiche Eigenheimkredite eingefroren werden sollen. Eine Ankündigung könne am Mittwoch erfolgen. Ein Sprecher des Präsidialamts sagte, es sei noch zu früh, um etwaige Schritte zur Überwindung der Krise zu besprechen. Der Notfall-Plan soll zusätzliche Kreditausfälle in Milliardenhöhe mit schweren Folgen für den gesamten Finanzmarkt verhindern oder zumindest abmildern.

US-Hypothekenkredite haben in der Regel nicht - wie etwa meist in Deutschland - einen festen Zinssatz über zehn oder mehr Jahre. Die Banken locken Kreditnehmer mit niedrigeren Startzinsen, die später steigen und die monatliche Last deutlich erhöhen. Allein in den nächsten beiden Jahren stehen laut Schätzungen mehr als zwei Millionen solcher Kredite zur Erhöhung an - angesichts fallender Hauspreise eine Zeitbombe von Zahlungsausfällen und Zwangsversteigerungen.

Nicht nur Subprime-Kredite betroffen

Beteiligt sind an dem Plan laut "Wall Street Journal" neben anderen der führende US-Finanzkonzern Citigroup  und die größte amerikanische Hypothekenfirma Countrywide Financial . Angesichts der drohenden nächsten Runde in der Kreditkrise war der Druck der Öffentlichkeit auf Banken und Politik zuletzt immer größer geworden, die Zinsen einzufrieren. Mit dem Notfall-Plan müssten die Banken zwar hohe Zinsausfälle hinnehmen, würden aber drohende, noch weit teurere Kreditpleiten verhindern.

Die Immobilienkredite mit variablen Konditionen laufen zum Beispiel zwei Jahre mit 7 Prozent Zinssatz und springen dann bis auf 11 Prozent. Für einen typischen Kreditnehmer bedeutet das mehrere hundert Dollar Zusatzbelastung pro Monat. Dies ist für viele derzeit nicht mehr leistbar. Betroffen sind davon nicht nur Bankkunden mit wenig Sicherheiten (subprime), sondern zunehmend auch bislang solidere Kunden. Viele haben auf steigende Hauspreise gesetzt und sich nun angesichts der Immobilienkrise damit verspekuliert.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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