Rohstoffe Ölpreis fällt unter 90 Dollar

Nur eine Woche nach dem Höchststand von knapp 100 Dollar kostet ein Fass Rohöl wieder weniger als 90 Dollar. Sorgen über knappes Angebot sind vor einem wichtigen Treffen des Ölkartells Opec gemildert.

Hamburg/New York - Der Ölpreis ist erstmals seit langem wieder unter 90 Dollar gefallen: Am Freitag wurden im Computerhandel in New York 89,14 Dollar pro Fass (159 Liter) bezahlt, 1,87 Dollar weniger als am Vortag. Damit hat sich der Ölpreis mehr als zehn Dollar vom vergangene Woche erreichten Rekord von 99,29 Dollar entfernt. Zuvor war der Preis bis auf 88,42 Dollar gefallen. Ein Fass der Nordseesorte Brent  verbilligte sich um 1,76 Dollar auf 88,46 Dollar.

Eine Preisspitze vom Donnerstag wurde schnell überwunden. Befürchtungen, dass der Brand einer wichtigen Öl-Importstation im US-Bundesstaat Minnesota zu einer Beeinträchtigung der Versorgung führen könnte, hätten sich nicht bestätigt, sagten Händler. Über die Leitungen werden die USA aus Kanada mit rund 2,2 Millionen Barrel Rohöl pro Tag versorgt.

Das betroffene Unternehmen teilte mit, dass drei der vier Leitungen, die geschlossen worden waren, wieder im Betrieb seien. Die vierte solle in den nächsten Tagen folgen. Zudem versicherte das US-Energieministerium, es werde Öl aus der strategischen Reserve zur Verfügung stellen, falls dies notwendig sein sollte.

Die Ölhändler richten ihre Aufmerksamkeit jetzt auf die Opec-Tagung am 5. Dezember in Abu Dhabi. Immer mehr Beobachter rechnen damit, dass Saudi-Arabien seinen Wunsch nach einer Fördererhöhung durchsetzt. Zuletzt wurde die Opec-Förderung zum 1. November um 500.000 Barrel angehoben. Preisdämpfend wirkte auch die Ankündigung der US-Regierung, wonach ein schwächeres Wachstum in den USA 2008 erwartet werde.

Der Preis für Opec-Rohöl ist unterdessen weiter gesunken. Ein Fass kostete am Donnerstag nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag 87,78 Dollar und damit 30 Cent weniger als am Vortag. Die Opec berechnet den sogenannten Korbpreis auf der Basis von zwölf wichtigen Sorten aus den Mitgliedsländern.

Super wird das neue Normal

An deutschen Tankstellen kostete Superbenzin nach Informationen des Fachdienstes EID durchschnittlich 1,41 Euro pro Liter, Diesel kostete 1,33 Euro. Beim Benzin zeichnet sich ein Ende der Preistrennung zwischen Super und Normalbenzin ab: Aral und Total hoben die Preisdifferenz von bisher einem Cent ganz auf, Shell senkte sie auf einen halben Cent.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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