Kreditkrise Florida schließt Staatsfonds

Die Kämmerer amerikanischer Gemeinden bekommen Angst vor der Kreditkrise. In Florida entzogen sie einem staatlichen Investmentfonds fast die Hälfte der Anlagen. Die Regierung hat alle Auszahlungen vorerst gestoppt.

Tallahassee - Die US-Hypothekenkrise greift nun erstmals auch auf große staatliche Finanzgesellschaften über. Der US- Bundesstaat Florida verhängte einen Auszahlungsstopp für einen milliardenschweren Investmentfonds der Gemeinden. Aus Angst vor Verlusten des Fonds infolge der Kreditkrise hatten die Gemeinden in den vergangenen Wochen mehrere Milliarden Dollar abgezogen. Um weitere drohende Abflüsse zu vermeiden, bleibe der Fonds vorübergehend geschlossen, teilten Floridas Finanzverwalter in Tallahassee mit.

US-Medienberichten vom Freitag zufolge war dies die erste zeitweise Schließung eines großen staatlichen Fonds infolge der Turbulenzen an den Finanzmärkten. Die Anlagen im "Florida Local Government Investment Pool" hatten sich in den vergangenen Monaten fast halbiert - von rund 27 auf 15 Milliarden Dollar (10,2 Milliarden Euro). Vor dem Auszahlungsstopp seien von den Gemeinden an einem einzigen Tag mehr als 3 Milliarden Dollar abgezogen worden.

Die staatlichen Fondsverwalter wollen am nächsten Dienstag über das weitere Vorgehen beraten. In dem Finanztopf bündeln Gemeinden und Schulen ihre Anlagen, um durch die Größe gemeinsam besser Renditen erzielen zu können.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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