Börsenschluss Dax meldet sich zurück

Der deutsche Aktienmarkt macht die Verluste der Vorwochen wieder wett. Die 7900-Punkte-Marke ist für den Dax nicht mehr weit. Besonders die Erwartung, dass die US-Notenbank abermals die Zinsen senken werde, treibt die Kurse.

Frankfurt am Main - Aufatmen bei Anlegern und Wertpapierhändlern: Die deutschen Aktienindizes haben am Freitag den dritten Tag in Folge mit Gewinnen geschlossen. Der Leitindex Dax  gewann 1,36 Prozent auf 7870,52 Punkte. Der MDax  mittelgroßer Werte stieg um 1,54 Prozent auf 9865,49 Punkte und der Technologieindex TecDax  rückte um 2,04 Prozent auf 970,22 Punkte vor.

Die Kurse an der New Yorker Wall Street konnten im frühen Handel allerdings nur zum Teil an die Gewinne des Vortages anknüpfen. Der Dow-Jones-Index  stieg bis 17.45 Uhr MEZ um 0,3 Prozent auf 13.358 Zähler. Der Nasdaq Composite  sank hingegen um 0,3 Prozent auf 2661 Punkte.

Der Euro  wurde am Abend zu 1,4699 Dollar etwas schwächer gehandelt, nachdem die Europäische Zentralbank am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,4761 Dollar festgestellt hatte. Händler sprachen von einem verbesserten Sentiment für die US-Währung. Die Investoren atmeten regelrecht auf, hieß es. Die Aussicht auf weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank beflügelten den Greenback.

Hoffnung auf sinkende US-Zinsen

Sie werden bestärkt durch Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, der Offenheit für weitere Zinssenkungen signalisiert hat. Die in den vergangenen Wochen erneut aufgetretenen Belastungen an den Finanzmärkten hätten den Ausblick für die US-Wirtschaft eingetrübt, sagte Bernanke am Donnerstag.

Diese erneuten Turbulenzen "haben teilweise die Verbesserungen im September und Oktober rückgängig gemacht." Die Fed müsse "außergewöhnlich wachsam und flexibel bleiben." Damit festigte Bernanke Erwartungen an den Finanzmärkten, dass die Fed im Dezember die Zinsen senken werde.

Deutsche Börse an der Spitze

An der Dax-Spitze stiegen die Titel der Deutschen Börse  um 5,0 Prozent auf 127,62 Euro. Zwischenzeitlich waren die Titel auf ein Rekordhoch von 128,87 Euro geklettert. Händler nannten gleich mehrere Gründe für das kräftige Plus. "Heute ist Jahresschluss bei den großen US-Häusern", sagte einer der Börsianer. Die Aktie sei daher im Fokus, da sie "einer der Top-Performer 2007" gewesen sei, die man nun in den Büchern haben müsse. Ein weiterer Börsianer sagte, es werde erneut mit guten Monatsumsätzen im Kassa- und Deriviate-Segment des Marktbetreibers gerechnet.

Titel von ThyssenKrupp  legten um 4,3 Prozent auf 40,33 Euro zu. "Die Aktien waren zuletzt überkauft, so dass die Anleger in dem freundlichen Marktumfeld jetzt wieder einsteigen", sagte der Experte der Bayerischen Landesbank.

Bankaktien wieder gefragt

Weitere Erholungsbewegungen gab es zudem bei den wegen der Kreditkrise deutlich angeschlagenen Bankenwerten. Commerzbank-Titel  legten als Favorit um 4,35 Prozent auf 27,10 Euro zu. Aktien der Deutschen Bank  gewannen 1,62 Prozent auf 89,79 Euro. Negative Analystenkommentare dämpften die Aufwärtstendenz.

Einzelhandel enttäuscht

Einzelhandel enttäuscht

Einzige Verlierer waren Metro  und RWE . Metro-Aktien verloren knapp 2,0 Prozent auf 61,79 Euro, nachdem die Einzelhandelsumsätze im Oktober enttäuschend ausgefallen waren. RWE-Aktien gaben 0,1 Prozent auf 93,30 Euro nach.

Krones und Aareal gefragt

In der zweiten Reihe stiegen Aktien von Krones  um 7,2 Prozent auf 57,31 Euro. Die Papiere der Aareal Bank  legten knapp 7,0 Prozent auf 29,52 Euro zu. Stärkster Verlierer waren hingegen Premiere-Aktien  mit Abschlägen von 2,3 Prozent auf 10,73 Euro.

Fragezeichen über Versatel-Übernahme

Im TecDax waren vor allem Aktien von Conergy  gesucht, die sich um 8,2 Prozent auf 27,80 Euro verteuerten. Die Titel von AT+S  stiegen um 6,4 Prozent auf 15,30 Euro. Auf der anderen Seite gerieten vor allem Anteilsscheine von Versatel  unter Druck, die 3,9 Prozent auf 21,48 Euro nachgaben. Händlern zufolge haben Börsianer eine negative Studie der Unicredit zum Anlass genommen, sich von den Anteilen des Telekomanbieters zu trennen. Zur Begründung schrieben die Analysten, die Gespräche der beiden größten Anteilseigner United Internet  und Apax über die Zukunft von Versatel dürften wegen abweichender Auffassungen über den Wert des Telekomanbieters scheitern. Aktien von IDS Scheer  verloren 2,9 Prozent auf 15,93 Euro.

Ölpreis wieder unter 90 Dollar

Der US-Ölpreis ist am Freitag nach zeitweise deutlichen Kursgewinnen am Vortag wieder gesunken. Ein Fass (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Januar kostete am Mittag 89,14 US-Dollar und damit 1,87 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Zuvor war der Preis bis auf 88,42 Dollar gefallen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ddp und reuters

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