Dell Gute Gewinne und keine Sorgen

Der weltgrösste Computerhändler verkaufte über 40 Prozent mehr und blickt optimistisch ins nächste Jahr. In den USA dürfte die Aktie zulegen, deutsche Anleger haben einen Zeitvorteil.

London - Schon an den Euro-Börsen machte die Aktie des Computerhändlers Dell leichte Gewinne, nachdem das Unternehmen ein Umsatzplus von 41 Prozent bekanntgab und Anleger beruhigte, dass es rund um den Jahrtausendwechsel keine Nachfrage-Probleme geben sollte.

In den USA dürften Dell ab heute nachmittag zulegen. Der Kurs liegt immer noch rund 20 Prozent unter dem Hoch vom Februar von 55 Dollar. Im vergangenen Monat hatte Dell noch vor möglichen Ertragseinbussen gewarnt, nachdem ein Erdbeben wichtige Zulieferer in Taiwan lahmgelegt hatte. Nun ist seitens des Unternehmens davon keine Rede mehr. Dell habe mit den Lieferanten Vereinbarungen getroffen, sodass Engpässe nicht entstehen sollten.

Auch für mögliche Nachfrage-Ausfälle im Zusammenhang mit der Jahrtausendumstellung sieht Dell keine Veranlassung. In den vergangenen Monaten hatten etliche Computerhersteller niedrigere Umsätze damit begründet, dass ihre Kunden durch die Software-Umstellung ihre Etats ausgeschöpft hätten und für die Erneuerung ihrer Anlagen kein Geld übrig wäre.

Dell meldete dagegen, dass der Verkauf von Grossrechnern wie Servern, Workstations und Speicheranlagen in diesem Quartal um 72 Prozent gestiegen sei. Im Consumer-Bereich stiegen die Umsätze um 62 Prozent. Der Verkauf von Notebooks legte um 55 Prozent zu.

Der Gewinn fiel mit 11 Cent pro Aktie niedriger aus als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (14 Cent). Werden jedoch die Kosten für den Kauf der Firma ConvergeNet Technologies herausgerechnet, hätte das Unternehmen laut Mitteilung mit 18 Cent pro Aktie die Erwartungen der Analysten getroffen.

Deutlich im Plus liegen die Verkäufe über das Internet, dem kostengünstigsten Vertriebskanal und grossen Vorteil von Dell. Das Unternehmen teilte mit, dass täglich Computer im Wert von 35 Millionen Dollar über das Internet verkauft werden, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem vergangenen Quartal.