Ausblick DWS erwartet stürmische Börsen

Die größte deutsche Fondsgesellschaft DWS rechnet wegen der schwächelnden US-Wirtschaft mit einem raueren Börsenklima im kommenden Jahr. Gleichwohl dürften die Aktienkurse im Schnitt zwischen 5 und 10 Prozent steigen, sagt DWS-Chef Klaus Kaldemorgen.

Frankfurt am Main - "Nach der Hausse der vergangenen fünf Jahre werden die Renditen etwas magerer ausfallen und Kursschwankungen werden weiter zunehmen", sagte Klaus Kaldemorgen, Sprecher der Geschäftsführung der größten deutschen Fondsgesellschaft, am Mittwoch in Frankfurt.

"Wir könnten durchaus in den nächsten Wochen und Monaten schwierige Aktienmärkte sehen." Dennoch werden nach Kaldemorgens Prognose die Aktienkurse im Schnitt zwischen 5 und 10 Prozent steigen. Aktien würfen auch 2008 wahrscheinlich mehr Rendite ab als Anleihen.

Die Situation in Europa sei weiter gut für die Aktienmärkte, allerdings laste der schwache Dollar auf den Unternehmensgewinnen. Ein Risiko sei der Zustand der US-Wirtschaft unter anderem wegen der Subprime-Krise. Der US-Konsument sei der große Verlierer dieser Entwicklung. "Zu seiner hohen Verschuldung kommen steigende Rohstoffpreise, stagnierende Löhne und dazu noch eine restriktivere Kreditvergabe nach der jüngsten Krise", sagte Kaldemorgen.

Weiter robust sieht die DWS das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern. Die Funktion der weltweiten Konjunktur-Lokomotive habe China von den USA übernommen. Das berge aber auch Gefahren für die Aktienmärkte, wie die hohen Bewertungen an den dortigen Börsen. So seien unter den 15 Unternehmen mit dem höchsten Börsenwerten mittlerweile sieben Firmen aus dem Reich der Mitte. Fallende Aktienkurse in China könnten dann die Hoffnungen auf eine Abkoppelung von der US-Wirtschaft platzen lassen.

DWS bleibt 2007 Marktführer in Deutschland

Im laufenden Jahr baute die Fondstochter der Deutschen Bank ihre Marktführerschaft in Deutschland aus. Der Marktanteil stieg auf 21,9 Prozent von 21,1 Prozent Ende Dezember 2006. Ende September verwaltete die DWS 143 Milliarden Euro, seit Jahresstart ein Plus von mehr als 10 Prozent. Das sei das höchste Fondsvermögen in der DWS-Geschichte. Als einzige Fondsgesellschaft unter den sechs führenden Anbietern habe sie ihr Fondsvermögen in Aktienfonds erweitert.

Rund 15 Milliarden Euro Neugeschäft verbuchte die DWS im laufenden Jahr in Deutschland und Europa. Die DWS wird nach eigenen Angaben in diesem Jahr rund 1,38 (Vorjahr: 1,31) Milliarden Euro an Fondserträgen an ihre Anleger ausschütten.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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