Brain International Kurssturz nach Gewinnwarnung

Im März mit hochfliegenden Plänen an die Börse gegangen, heute schon mit einer Gewinnwarnung ausgebremst: Der Softwareproduzent vernichtet Anlegergeld.

Breisach - Die Brain International AG Software & Consulting, Breisach, hat am Donnerstagmorgen eine Gewinnwarnung abgegeben. Das noch beim Börsengang im März genannte operative Ergebnis werde im Jahr 1999 nicht erreicht, teilte die Gesellschaft ad-hoc mit. Auch der Umsatz werde im laufenden Jahr mit prognostizierten plus 50 Prozent auf 250 Millionen Mark unter Plan bleiben. Die Börse reagierte prompt: Schon im frühen Handel gaben Brain rund 20 Prozent nach.

Der Software-Produzent sieht sich - wie andere IT-Unternehmen auch - durch das Jahr 2000 ausgebremst. Die Umstellung hemme die Investitionsentscheidung vieler Unternehmen. Das schlage sich bei Brain im unmittelbar ergebniswirksamen schwachen Lizenzgeschäft im dritten Quartal nieder.

Ferner belasteten die Integrationskosten der nach Börsengang erfolgten vier Akquisitionen und um fünf Millionen Mark über Plan liegende Entwicklungskosten das Ergebnis.

Der Vorstand versucht die Wogen noch zu glätten. Das um die Kosten des Börsengangs bereinigte DVFA-Ergebnis werde positiv ausfallen, heisst es. Und die mittelfristigen Prognosen sollen weiter gelten. Für 2000 erwartet Brain unverändert ein operatives Ergebnis "deutlich im zweistelligen Bereich".