Versicherer Zurich-Gewinn steigt um 25 Prozent

Der Schweizer Versicherungskonzern Zurich Financial hat in den ersten neun Monaten den Reingewinn um 25 Prozent gesteigert. Das Ergebnis liegt klar über den Markterwartungen. Der Konzern sei kaum von der US-Kreditkrise betroffen, erklärt der Vorstand.

Zürich - Der Schweizer Versicherer Zurich Financial Services (ZFS) hat seinen Gewinn in den ersten neun Monaten überraschend stark gesteigert und sein operatives Gewinnziel angehoben. Mit dem Programm "The Zurich Way" sollten in den Jahren 2007 bis 2010 operative Verbesserungen von 3,1 Milliarden US-Dollar erreicht werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Zürich mit. Bisher hatte ZFS lediglich zwei Milliarden Dollar nach Steuern angepeilt.

Die Gruppe sei auf gutem Weg, ihr Leistungssteigerungsziel von 700 Millionen Dollar im laufenden Jahr zu übertreffen, hieß es weiter. Für 2008 würden nun operative Verbesserungen von 800 Millionen Dollar angestrebt. Zudem hinterließ die Subprime-Krise in den vergangenen Monaten keine nennenswerten Spuren.

In den ersten drei Quartalen kletterte der Überschuss nach Minderheiten von 3,326 ein Jahr zuvor um ein Viertel auf nun 4,157 Milliarden Dollar. Der Business Operating Profit (BOP) stieg um 10 Prozent auf 4,880 Milliarden Dollar. Von der Schweizer Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Reingewinn von 3,883 Milliarden und einem BOP von 4,642 Milliarden Dollar gerechnet.

"Wie unsere Ergebnisse zeigen, wachsen wir in unseren Zielmärkten, während wir konsequent an unseren Rentabilitätszielen festhalten und von bewährten Risikomanagement- und Anlagestrategien profitieren", sagte Verwaltungsratschef James Schiro. Im Mai hatte ZFS das mittelfristige Ziel einer operativen Eigenkapitalrendite (nach Steuern) auf 16 Prozent erhöht.

Keine nennenswerten Anlagen in US-Subprime-Papieren

Den Angaben zufolge hält ZFS in ihrem Portfolio nach wie vor keine nennenswerten Anlagen in US-Subprime-Papieren oder in forderungsgesicherten Wertpapieren (CDO) mit Eigenkapitalcharakter. So habe sie seit Jahresmitte lediglich geringfügige Rating-Rückstufungen hinnehmen müssen, hieß es.

In der Schadenversicherung erzielte ZFS Bruttoprämien und Policengebühren in Höhe von 27,3 Milliarden Dollar nach 26,3 Milliarden ein Jahr zuvor. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich von 94,5 auf 96,9 Prozent und blieb damit leicht besser als von Analysten erwartet (Prognose: 97,0). Der BOP blieb mit 2,779 Millionen Dollar praktisch unverändert.

Im Lebensversicherungsgeschäft beliefen sich die Bruttoprämien und Policengebühren sowie die Beiträge mit Anlagecharakter auf 15,4 Milliarden Dollar nach 14,8 Milliarden ein Jahr zuvor. Der BOP kletterte von 853 Millionen auf 1,090 Milliarden Dollar. Der Wert des Neugeschäfts wuchs um 37 Prozent auf 480 Millionen Dollar nach Steuern.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx