Wal-Mart Amerikaner ignorieren Kreditkrise

Wal-Mart hat Gewinn und Umsatz gesteigert. US-Kunden konnten so früh wie nie zuvor für Weihnachtseinkäufe in die Filialen gelockt werden. Der Einzelhändler hatte die Preise für rund 15.000 Produkte teils drastisch gesenkt.

Bentonvill - Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart  kann sich dank erfolgreicher Auslandsgeschäfte und Verbesserungen auf dem Heimatmarkt bisher gut von der krisenbelasteten US-Konjunktur abkoppeln. Umsatz und Gewinn stiegen im dritten Quartal deutlich. Unter dem Strich verdiente der Konzern im dritten Quartal rund 2,9 Milliarden Dollar und damit rund 8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Erlöse kletterten um knapp 9 Prozent auf 90,9 Milliarden Dollar, gab Wal-Mart am Konzernsitz in Bentonville (Arkansas) bekannt.

Die Zahlen überraschten Analysten positiv, die dem Handel infolge der Kreditkrise eher schwere Zeiten vorhersagen. Der Konzern verdiente 0,70 Dollar je Aktie. Ohne den Einfluss eines Steuereffekts waren es 0,69 Dollar. Die von Thomson Financial befragten Analysten hatten allerdings nur mit 0,67 Dollar gerechnet.

Mit frühen und umfangreichen Rabattaktionen - bei 15.000 Produkten wurden die Preise teil drastisch gesenkt - sei der Discounter für das bereits begonnene Weihnachtsgeschäft gut gerüstet, sagte Konzernchef Lee Scott. In dem für Einzelhändler wegen des Weihnachtsgeschäfts wichtigen vierten Quartal erwartet Wal-Mart ein Umsatzplus von bis zu 2 Prozent - ohne den Zuwachs durch neue Läden. Erstmals soll damit die Umsatzschwelle von 100 Milliarden Dollar pro Quartal überschritten werden. Den Gewinn für das Gesamtjahr prognostiziert Wal-Mart nun wieder etwas höher als bisher bei 3,13 bis 3,17 Dollar je Aktie.

Früher als sonst im Weihnachtsgeschäft senkte Wal-Mart die Preise für viele Produkte. Die von Scott verkündete "Preisführerschaft" soll die Verbraucher trotz steigender Benzinpreise und schmaler Geldbeutel wegen der Immobilienkrise in die Läden locken. "Die Bühne für ein erfolgreiches viertes Quartal ist bereitet", sagte der Konzernchef.

Für das vierte Quartal rechnet der Konzern mit einem Gewinn je Aktie soll 0,99 bis 1,03 Dollar betragen. Die Analysten sehen für das Quartal einen Gewinn von durchschnittlich 1,02 Dollar je Aktie, der sich auf Jahressicht auf 3,09 Dollar belaufen soll. Im Ausland legte der Umsatz im dritten Quartal stark um 17 Prozent zu. In den USA stiegen die Erlöse um gut 6 Prozent. Im zweiten Quartal hatte sich Scott noch höchst unzufrieden über das Abschneiden der US-Märkte geäußert und rasche Veränderungen eingeläutet. Die Situation habe sich nun gebessert, sagte er.

Seit Juni ist der Aktienkurs des Discounters um rund 15 Prozent gesunken. Am Dienstag notierte die Aktie mit einem satten Plus von 5,56 Prozent auf 45,73 Dollar. Die Ergebnisse hätten gezeigt, dass die zum Teil kräftigen Investitionen in die Preise nicht auf die Margen gedrückt hätten, sagten Börsianer.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, reuters

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