Norddeutsche Affinerie HSH Nordbank steigt ein

Die HSH Nordbank ist neuer Großaktionär der Norddeutschen Affinerie. Das Geldhaus ist durch eine Kapitalerhöhung bei der Kupferhütte zum zweitgrößten Einzelaktionär nach der Beteiligungsgesellschaft A-Tec aufgestiegen. Mit der verhandelt der Kupferproduzent derzeit intensiv.

Hamburg - Die HSH Nordbank ist seit einer Kapitalerhöhung am Freitag mit rund 4,6 Prozent an der Norddeutschen Affinerie (NA)  beteiligt. Bei dieser Kapitalerhöhung blieb der österreichische NA-Großaktionär Mirko Kovats und dessen Beteiligungsgesellschaft A-Tec außen vor, so dass Kovats' Norddeutsche-Affinerie-Anteil von 15 auf nunmehr rund 13 Prozent zurückgegangen sein dürfte.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass Europas größter Kupferproduzent die geplante Übernahme des belgischen Konkurrenten Cumerio auch nach dem Rücktritt seines langjährigen Vorstandsvorsitzenden Werner Marnette unverändert vorantreiben will. Nach Angaben einer Sprecherin versicherte Finanzvorstand Bernd Drouven dies heute den Mitarbeitern in Hamburg. Es sei für die NA unverändert wichtig, die Übernahme weiter zu verfolgen, unterstrich Drouven. Das Projekt habe "erste Priorität".

Die Norddeutsche Affinerie hat bislang bereits rund 30 Prozent der Cumerio-Aktien erworben und will das Unternehmen komplett übernehmen. Neben der EU-Genehmigung steht aber auch noch eine Einigung mit dem eigenen Großaktionär A-Tec Industries AG aus. A-Tec ist ebenfalls mit 25 Prozent an Cumerio beteiligt. Seit Wochen verhandelt der MDax-Konzern mit dem österreichischen Unternehmen über einen Verkauf der Anteile.

Der bisherige NA-Chef Marnette war am Freitag überraschend aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hatte dem Wunsch von Marnette entsprochen, ihn in beiderseitigem Einvernehmen von seinen Aufgaben zu entbinden. Nähere Gründe für den Weggang waren nicht genannt worden. Für eine Übergangszeit koordiniert seitdem Finanzvorstand Drouven die Vorstandsarbeit und vertritt den Vorstand nach außen.

Bis wann ein endgültiger Nachfolger für Marnette gefunden sein soll, ließ das Hamburger MDax-Unternehmen auch am Montag offen. Die Unternehmenssprecherin verwies darauf, dass der Konzern bei der Bestellung nicht unter Zeitdruck stehe. «Auch das jetzige Vorstandsteam ist voll handlungsfähig», betonte sie.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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