Tui Airline belastet die Bilanz

Europas größter Reisekonzern Tui hat den Gewinn in Touristik und Schifffahrt im dritten Quartal stärker als erwartet gesteigert. Zwar bestehen weiterhin Probleme bei der Tochter Tuifly. Die Finanzmärkte stört das aber nicht, die Aktie legte deutlich zu.

Frankfurt - Der Aktienkurs des von Investoren seit Jahren kritisierten Unternehmens gehörte nach Vorlage der Zwischenbilanz am Donnerstag zu den wenigen Gewinnern im Dax  und legte um rund fünf Prozent auf 21,70 Euro zu.

Tui  profitierte im Sommerquartal nach eigenen Angaben vom einem Buchungsplus von vier Prozent in der Hauptreisezeit. Zudem sorgte die seit vorigem Jahr in der Verlustzone fahrende Containerschifffahrt dank zusätzlicher Transportmengen und wieder höherer Frachtraten für den unerwarteten Ergebnissprung.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Tui als Ziel ein Konzernergebnis über dem schwachen Vorjahresniveau. Sorgen bereitet weiterhin die Fluggesellschaft Tuifly, die in Deutschland das Touristikergebnis drückte. "Unsere Touristik-Sparte hatte unter dem Strich ein starkes drittes Quartal, und in der Schifffahrt ist die Talsohle durchschritten", sagte Konzernchef Michael Frenzel, über dessen Vertragsverlängerung der Aufsichtsrat im Laufe des Donnerstag vor dem Hintergrund der Einwände von Aktionären und Betriebsräten entscheiden will.

"Ein gutes Ergebnis"

Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebita) des Konzerns erhöhte sich im Zeitraum Juli bis September um fast 45 Prozent auf 830 Millionen Euro. Der Überschuss stieg um gut 53 Prozent auf fast 460 Millionen Euro. Der Tui-Umsatz profitierte von Zuwächsen in Reise- und Schifffahrt und kletterte um knapp zehn Prozent auf 7,4 Milliarden Euro.

"Das ist ohne Frage ein gutes Ergebnis", sagte HVB-Analyst Christian Obst. "Vor allem die Schifffahrt hat positiv überrascht." In der Containerbranche sei offenbar die Zeit des Preisdumping vorbei. In der Touristik sei der Start in die Wintersaison mit Buchungszuwächsen vielversprechend.

Die Containertochter Hapag-Lloyd fuhr von Juli bis September bei einem Umsatzzuwachs von gut sechs Prozent einen Betriebsgewinn von 115 Millionen Euro ein - nach nur neun Millionen im Vorjahr. Branchenanalysten hatten lediglich mit 65 Millionen Euro gerechnet. Damit seien die Verluste des ersten Halbjahres bei der Hamburger Traditionsreederei mehr als ausgeglichen worden, teilte Frenzel mit.

Probleme bei der Tuifly

Nach neun Monaten verbucht die Tui-Schifffahrt einen Gewinn von 88 Millionen Euro, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Reisegeschäft steigerte Europas größter Touristikanbieter seinen Betriebsgewinn um fast 15 Prozent auf 681 Millionen Euro. Der Umsatz der weitgehend in der neuen britischen Tochter Tui Travel  geführten Reisesparte verbesserte sich um gut zwölf Prozent auf 5,8 Milliarden Euro.

Allerdings belasten die Probleme bei der deutschen Fluggesellschaft Tuifly die Bilanz weiterhin. In der Region "Europa Mitte" mit dem Kernmarkt Deutschland ging das Touristik-Ergebnis um 18,5 Prozent auf 141 Millionen Euro zurück. Tui Deutschland konnte Sitzkontingente, die von anderen Veranstaltern nach der Zusammenführung und Umbenennung der Fluggesellschaft Hapagfly und HLX zur TUIfly zurückgegeben wurden, zum Teil nur zu Niedrigpreisen verkaufen.

Auch in Österreich gab es Einbußen bei Türkei-Reisen. Dagegen lief das Geschäft in Frankreich, wo TUI zuletzt Verluste machte, wieder deutlich besser. Auch in Großbritannien stieg das Ergebnis

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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