Amazon Nicht nur Bücher

Der Internet-Händler aus Seattle weitet pünktlich zur Weihnachtszeit sein Angebot aus. Die Einnahmen aus den Verkäufen von Elektronik und Entertainment sollen die Verluste mit dem Bücherhandel ausgleichen.

New York - Der Vorreiter des Internet-Verkaufs, Amazon Inc., hat in den letzten Monaten Verluste hinnehmen müssen. Nun soll die Weihnachtszeit das Jahresergebnis aufpolieren. Amazon bietet ab Mittwoch neben Büchern auch Software, Videospiele, Haushalt- und Geschenkartikel auf seinen Web-Sites zum Kauf an.

Die neuen Produkte im Online-Sortiment seien erst der Beginn einer Expansionswelle von Amazon, so der Gründer und Chief Executive von Amazon Jeff Bezos. Wer jetzt nicht investiere, der agiere kurzsichtig und verliere den Anschluß, meinte der Internet-Verkäufer.

Nach Recherechen der Marktforschungs-Agentur Media Metrix ist www.amazon.com die meist frequentierte Verkaufs-Site im Internt. Trotzdem konnte der Online-Händler immer noch keine Gewinne erzielen. Alleine im dritten Vierteljahr 1999 machte Amazon eine Minusgeschäft von 197 Millionen Dollar - ein Verlust von 59 Cent pro Aktie.

Am vergangenen Montag mußte die Amazon-Aktie einen Wertverlust von 20 Prozent hinnehmen. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, die Ausgaben für Marketing kräftig zu erhöhen. Damit rückt die Gewinnzone in noch weitere Ferne.

Doch an der Börse ist die schlechte Stimmung bezüglicher der Amazon-Aktie vorerst in freudige Erwartung umgeschlagen. Der Aktienkurs stieg nach Bekanntgabe der neuen Shops um 13 1/16 auf 78 Dollar. So hoch wurde das Papier seit dem 29. Septmber nicht mehr gehandelt, als der Online-Händler aus Seattle "zShop" eingeführt hatte. Mit dieser Software können auch andere Firmen auf den Amazon-Sites Handel treiben.