BVR Volksbanken bündeln

Die Genossenschaften sollen künftig einheitlicher auftreten, abrechnen sowie eine Standard-Produktpalette anbieten. "Ein Markt - eine Bank" heisst das neue Motto des Verbunds.

Garmisch-Partenkirchen - Streng nach dem Prinzip "Ein Markt - eine Bank" soll die Gruppe der deutschen Genossenschaftsbanken künftig effizienter strukturiert werden. Das hat die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen beschlossen.

Auf einem Markt soll nur noch eine Genossenschaftsbank agieren, von einer "übertriebenen Vielfalt" gelte es Abstand zu nehmen, sagte Verbandspräsident Wolfgang Grüger den Delegierten. In einem Strategiepapier, das mit der Unternehmensberatung A.T. Kearney erarbeitet wurde, war noch von einer Reduzierung der Institute auf 800 von derzeit 2.200 die Rede gewesen.

Die Dezentralität des Bankenverbundes mit einer kumulierten Bilanzsumme von 1,5 Billionen Mark solle erhalten bleiben, sagte Grüger. Doppelarbeiten müssten künftig aber auf allen Ebenen vermieden werden. "Es gilt das Effizienzkriterium", so der Präsident.

Innerhalb von zehn Jahren wollen die Genossenschaftsbanken eine einheitliche Informationsverarbeitung schaffen, um den EDV-Aufwand zu senken. Für alle Kreditgenossenschaften sollen Standardprodukte im Privat- und Firmenkundengeschäft definiert und entwickelt werden. An sechster Stelle steht die Forcierung des Auslandsgeschäfts.

Eine Entscheidung über eine bestimmte Zahl von Primär- oder Zentralbanken, Verbänden oder Rechenzentralen sei damit aber nicht getroffen worden, betonte BVR-Vorstandsmitglied Bernd Rodewald. In der Beschlussvorlage ist nur noch von einer "optimierten" Struktur der Primärbanken die Rede. Rodewald bekräftigte, dass sich für den BVR dringender Handlungsbedarf aus dem immer schärferen Wettbewerb entstehe. In diesem Umfeld könnten die Banken nicht auf eine gemeinsame Strategie verzichten, ergänzte Grüger. Für sie ergebe sich gleichzeitig eine zusätzliche Chance aus dem Rückzug der Großbanken aus dem Kreditgeschäft mit kleineren und mittleren Unternehmen.

Andererseits zögen sich die privaten Institute nicht ohne Grund aus diesen Märkten zurück. In anderen Teilmärkten erreichten sie dadurch Kostenvorteile, die den Volks- und Raiffeisenbanken erheblichen Wettbewerbsdruck bescherten.

So sollen die Primärbanken bislang nicht ausgeschöpfte Marktpotentiale mit Hilfe anderer Verbundunternehmen oder der Zentralbanken erschließen. Damit verbunden ist eine Neugestaltung und Differenzierung der Erlösströme im Finanzverbund.