Münchener Rück Profiteur der Steuerreform

Die Münchener Rück hat ihren Gewinn im dritten Quartal um mehr als zwei Drittel gesteigert. Der Überschuss kletterte auf rund 1,2 Milliarden Euro. Operativ gab es jedoch einen Gewinnrückgang. Die Verluste durch die Kreditkrise belaufen sich auf 150 Millionen Euro.

München - Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Münchener Rück hat im dritten Quartal unter dem Strich dank der Unternehmenssteuerreform 69 Prozent mehr verdient. Damit überrtraf der Konzern mit 1,196 Milliarden Euro die Analystenprognose von 1,066 Milliarden Euro.

Operativ wurde jedoch ein stärkeren Gewinnrückgang verzeichnet als von Experten erwartet. Die Jahresprognose für den Überschuss wurde allerdings angehoben. Der Gewinn könne im Gesamtjahr noch etwas über den angepeilten 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro liegen, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider am Montag .

Von Juli bis September ging das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr von 1,307 Milliarden Euro auf 1,132 Milliarden Euro zurück. Von der Nachrichtenagentur dpa-afx befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,192 Milliarden Euro gerechnet.

Das Unternehmen rechnet in Asien nicht mit fallenden Preisen. Das sagte Vorstandsmitglied Ludger Arnoldussen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Rückversicherer stehen in vielen Bereichen unter Druck, ihrer Kunden, den Erstversicherern, die Preise zu senken.

Die Münchener Rück kam vergangenes Jahr auf Prämieneinnahmen von 1,5 Milliarden Euro in Asien und will diese in den nächsten drei bis fünf Jahren um zehn bis 15 Prozent pro Jahr steigern.

Von der US-Hypothekenkrise ist der Konzern stärker betroffen als zunächst angenommen. Seit Jahresbeginn seien Verluste von 150 Millionen Euro angefallen, allein 115 Millionen davon im dritten Quartal, teilte der Rückversicherer mit. Bislang hatte der Konzern maximal mit Belastungen von rund 100 Millionen Euro gerechnet.

Das Portfolio in den Märkten, die im Zusammenhang mit schwach abgesicherten US-Hypothekendarlehen stehen, sei um ein Drittel auf 400 Millionen Euro reduziert worden, hieß es. Der Rückversicherer hat Kapitalanlagen von mehr als 170 Milliarden Euro.

Damit kommt die Münchener Rück offenbar relativ glimpflich durch die US-Hypothekenkrise. Diese hatte an den Börsen für heftige Turbulenzen gesorgt. Zahlreiche Banken mussten Milliarden abschreiben.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters