Metro Viel Glanz zum Abschied

Vor der Stabübergabe an Haniel-Chef Eckhard Cordes glänzt der Handelskonzern Metro unter Hans-Joachim Körber noch einmal mit Zuwächsen. Umsatz und Betriebsgewinn stiegen im dritten Quartal zweistellig, getrieben von Auslandsgeschäften und Zukäufen.

Düsseldorf - Der Handelskonzern Metro  hat im dritten Quartal von einem florierenden Auslandsgeschäft profitiert und Umsatz und operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlicher gesteigert als erwartet sowie die Umsatzprognose für 2007 erhöht.

Der Erlös für die Monate Juli bis September erreichte 15,65 Milliarden Euro, das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, wie das Dax-Unternehmen mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sei um 15 Prozent auf 323 Millionen Euro gestiegen. Analysten hatten im Schnitt mit 15,56 Milliarden Euro Umsatz und 312 Millionen Euro Ebit gerechnet.

Getrieben wurde das Wachstum vom guten Auslandsgeschäft, besonders in Osteuropa und in Asien. Insgesamt erzielte man im Ausland beim Umsatz ein Plus von knapp 14 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. In Deutschland seien die Erlöse um knapp 7 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gestiegen.

Wegen der Neubewertung latenter Steuern im Zuge der Unternehmenssteuerreform rutschte das Konzernergebnis nach Steuern und Minderheitsanteilen den Angaben zufolge aber mit 65 Millionen Euro ins Minus. Der nicht zahlungswirksame Einmaleffekt habe sich auf 160 Millionen Euro belaufen. Bereits im Juni hatte der Handelskonzern einen Sonderaufwand in der Größenordnung zwischen 160 Millionen und 180 Millionen Euro durch die Unternehmenssteuerreform in Deutschland angekündigt.

"Angesichts der guten Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten erhöhen wir unsere Umsatzerwartung auf nun über neun Prozent", kündigte Finanzvorstand Thomas Unger an. Bislang hatte die Metro ein Plus von 8 bis 9 Prozent über dem Vorjahreswert von rund 60 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Bestätigt wurde indes die Ergebnisprognose. Das Ebit soll um 6 bis 8 Prozent über dem bereinigten Vorjahreswert von 1,91 Milliarden Euro liegen.

Ende der Woche rückt der frühere Mercedes-Chef und bisherige Aufsichtsratschef Cordes an die Metro-Spitze. Er soll den Konzern profitabler machen. Primär will Cordes die Warenhäuser und die Real-Supermärkte operativ wieder in die Spur bringen, die ihre Verluste im dritten Quartal noch vergrößerten. Trennen wird sich die Metro möglicherweise von ihren Extra-Märkten.

Verschiedene Optionen, darunter ein Verkauf, würden geprüft. In der Branche werden Rewe und Edeka als mögliche Käufer gehandelt. An der Börse legten die Metro-Aktien bisher um mehr als 1 Prozent zu.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters