Merrill Lynch Acht Milliarden Dollar abgeschrieben

Die Kreditkrise drückt die US-Bank Merrill Lynch tief in die roten Zahlen. Die Investmentstrategen müssen knapp acht Milliarden Dollar abschreiben - so viel wie noch kein Unternehmen zuvor. Für das dritte Quartal meldet Merrill einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Dollar.

New York - Die amerikanische Investmentbank Merrill Lynch  ist weit stärker von der US-Subprime-Krise belastet als bisher angenommen und hat für das dritte Quartal einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Dollar gemeldet - das erste Minus seit 6 Jahren.

Die Abschreibungen in Höhe von 7,9 Milliarden Dollar sind die höchsten, die ein Finanzunternehmen im Zuge der Subprime-Krise bislang vorgenommen hat. Die Citigroup hatte lediglich 3 Milliarden Dollar abgeschrieben. Bislang haben Kreditinstitute weltweit rund 20 Milliarden Dollar im Zuge der Kreditkrise abgeschrieben - doch das dürfte noch nicht das Ende sein. Der IWF schätzt das Volumen der mit dem Subprime-Segment verbundenen Kredite auf rund 200 Milliarden US-Dollar.

Im laufenden Geschäft sei unter dem Strich ein Verlust von 2,3 Milliarden Dollar entstanden - nach einem Gewinn von 3,0 Milliarden Dollar im Vorjahr, teilte Merrill am Mittwoch mit.

Je Aktie entspricht das einem Minus von 2,85 Dollar nach einem Plus von 3,14 Dollar im Jahr 2006. Von Thomson Financial befragte Analysten hatten mit einem Verlust je Aktie von 0,45 Dollar gerechnet.

Die Belastungen durch die US-Krise durch schlecht besicherte Hypothekendarlehen und deren weltweite Folgen für die Kreditmärkte fielen weit höher aus als erwartet.

Insgesamt lägen sie bei 7,9 Milliarden Dollar statt der bisher angekündigten 4,5 Milliarden Dollar. Allerdings hatten Zeitungsberichte bereits auf die höheren Abschreibungen hingewiesen und sogar Belastungen von bis zu zehn Milliarden Dollar vorhergesagt. Die Aktie von Merrill Lynch  rutschte im vorbörslichen Handel um rund drei Prozent ab, während die europäischen Indizes weitgehend unbeeindruckt blieben.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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