Merck Starker Euro bremst Wachstum

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat seine Gewinne um mehr als 50 Prozent gesteigert und die Erwartungen übertroffen. Allerdings bremst der starke Euro das Umsatzwachstum.

Darmstadt - Angetrieben von dem Geschäft mit den Flüssigkristallen und der Pharmasparte verbuchte Merck  ein operatives Ergebnisplus von 55,7 Prozent auf 291,5 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen der befragten Analysten in Höhe von 267 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 60,6 Prozent auf 1,741 Milliarden Euro und lag damit leicht unter den Schätzungen von 1,8 Milliarden Euro.

Merck hat erstmals die erwarteten negativen Währungseffekte beim Umsatzwachstum konkret beziffert. Wegen dieser Effekte rechne Merck 2007 mit Umsatzplus von 4 bis 6 Prozent, teilte der im Dax  notierte Konzern am Mittwoch mit. Ohne deren Berücksichtigung liege das Plus unverändert bei 7 bis 9 Prozent.

Im Umsatzwachstum schlug sich erneut die Übernahme des Schweizer Biotechunternehmens Serono positiv nieder. "Mercks solide Ergebnisse bestätigen unsere Strategie, uns auf innovative Pharmazeutika und Chemikalien zu fokussieren. Obwohl wir Serono integrieren und die Sparte Generics veräußerten, wuchs unser Geschäft weiterhin", sagte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley. Die Wechselkurse würden die Zahlen jedoch stark beeinflussen, da Merck mehr als die Hälfte seiner Erlöse außerhalb Europas erzielt.

Pharma: Wachstum mit Erbitux und Rebif

Im Pharmageschäft, das mit Serono rund 70 Prozent der Erlöse ausmacht, lag der Umsatz im dritten Quartal bei 1,2 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte er ohne die Biopharmazietochter Merck Serono bei 579 Millionen Euro gelegen. Mit dem Krebsmedikament Erbitux setzten die Darmstädter 118 Millionen Euro um, ein Plus von 36 Prozent. Die Umsätze mit dem Multiple-Sklerose-Mittel Rebif, dem wichtigsten Medikament von Serono, kletterten um vier Prozent auf 306 Millionen Euro.

Chemie: Währungsbremse im Display-Geschäft

In der Chemiesparte zog der Umsatz um 8,3 Prozent auf 539 Millionen Euro an. Im lukrativen Geschäft mit Flüssigkristallen, wie sie in Flachbildschirmen, Notebooks und Handy-Displays eingesetzt werden, legten die Erlöse um 15 Prozent auf 238 Millionen Euro zu. Hier machten Merck die Währungseffekte besonders zu schaffen - organisch wäre die Sparte um 26 Prozent gewachsen. Die Umsatzrendite sank auf 50,1 von 55 Prozent im Vorquartal. Analysten fürchten, dass sich das Wachstum in der Sparte mittelfristig verlangsamen könnte.

Die Darmstädter wollen ihre Forschungsaktivitäten weiter auf Onkologie, Autoimmun-, Entzündungskrankheiten und Fruchtbarkeit fokussieren und die Entwicklung der Diabetesforschung einstellen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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