Kursrutsch Wall Street zum Jahrestag auf Talfahrt

Zum 20. Jahrestag des "Schwarzen Montag" an der New Yorker Börse sind die Aktienmärkte in den USA auf breiter Front abgerutscht. Schwache Quartalszahlen von Banken und Mischkonzernen sowie der schwache Dollar und der hohe Ölpreis schürten die Nervosität.

New York - Zum Jahrestag des Börsencrashs von 1987 haben neue Konjunktursorgen die US-Börsen am Freitag kräftig ins Minus gedrückt. Eine Senkung der Jahresprognose des Baumaschinenherstellers Caterpillar  veranlasste die Investoren dazu, sich verstärkt nach Staatsanleihen umzusehen, die als sichere Anlage gelten.

Zudem warnten verschiedene Unternehmen, dass sich die Immobilien- und Kreditkrise zunehmend auf andere Teile der Wirtschaft auszuwirken beginne. Viele Anleger hatten die Kreditkrise nach der jüngsten Zinssenkung durch die Fed bereits abgehakt: Die Befürchtung, dass sich die Krise nun noch einmal verschärfen könnte, verstärkte den Verkaufsdruck.

Der Dow Jones , der Index der Standardwerte, verlor bis Handelsschluss in New York 2,6 Prozent oder 367 Zähler auf 13.522 Punkte. Es war der dritthöchste Tagesverlust in diesem Jahr.

Auch der Index der Technologiebörse, der Nasdaq Composite , büßte 2,6 Prozent auf 2725 Stellen ein. Dies sind sehr schwache Vorgaben für die kommende Handelswoche: Der Dax  dürfte seine schwache Tendenz am Montag zu Handelsbeginn fortsetzen.

Caterpillar  schickte mit der Bilanz für das dritte Quartal seine Aktien auf Talfahrt. Der Gewinn stieg zwar dank starker Nachfrage aus dem Ausland um 21 Prozent, blieb aber hinter den Markterwartungen zurück. Eine schwächelnde Binnenkonjunktur und höhere Herstellungskosten seien dafür verantwortlich. Branchen, die zum Kerngeschäft des Unternehmens gehörten, befänden sich in einer Rezession, erklärte Caterpillar. Die Aktien des Konzerns verloren 3,7 Prozent an Wert. In ihrem Sog gaben auch die Anteilsscheine anderer Industriekonzerne nach. So rutschten die Titel des Mischkonzerns 3M um mehr als 6 Prozent ab, die Aktien von Honeywell  verloren rund 4 Prozent.

Auch ein zehnprozentiger Rückgang des Quartalsgewinns bei der viertgrößten US-Bank Wachovia  schürte Ängste, dass die Hypothekenkrise noch lange nicht ausgestanden ist. Wachovia musste wegen der Turbulenzen an den internationalen Kreditmärkten im dritten Jahresviertel im Investmentbanking 1,3 Milliarden Dollar abschreiben. Die Aktien des Finanzinstituts gaben 1,4 Prozent nach.

"Der Aktienmarkt macht sich über eine Abkühlung der Konjunktur Sorgen", sagte Analyst Charles Liebermann von Advisors Capital Management. "Auslöser sind die Bilanzen von Unternehmen wie Caterpillar und Wachovia." Zu den Gewinner zählten dagegen Aktien von Google , die um 1,7 Prozent zulegten. Der Internetkonzern hatte im dritten Quartal einen unerwartet deutlichen Gewinnsprung verzeichnet.

In zeigten die Kursverluste in den USA dagegen vergleichsweise wenig Wirkung: Der Dax  beendete den Handel mit einem Verlust von 0,50 Prozent auf 7884 Zähler, der MDax verlor 0,70 Prozent auf 10.451 Punkte.

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