Rekordhoch Ölpreis nahe 90 Dollar

Der Ölpreis notiert auf Rekordhoch und ist nur noch knapp von der 90-Dollar-Marke entfernt. Die Spannungen im Nordirak sind ein weiterer Preistreiber für eine Rally, die immer mehr von Spekulanten angetrieben wird.

New York - Am Dienstagmittag kostete ein Barrel (159 Liter) Leichtöl im elektronischen Handel der New Yorker Rohstoffbörse zeitweise 87,69 Dollar, 1,56 Dollar mehr als am Montag. Damit wurde am dritten Handelstag in Folge eine Rekordhöhe erreicht.

Zeitweise lag der Ölpreis sogar schon bei 87,97 Dollar. In Deutschland stiegen unterdessen die Preise für Benzin und Diesel.

Ursache des Anstiegs sind weiterhin Spannungen zwischen der Türkei und Kurden im Nordirak sowie spekulative Käufe als Folge der politischen Krise. Jede Art von Unruhe oder Kriegsgefahr im Nahen Osten wirkt sich auf den Ölpreis aus, weil in der Region die wichtigsten Ölreserven der Welt lagern. Lieferunterbrechungen würden die Versorgung der Industrieländer gefährden. Zwar fließen nur kleine Mengen aus dem Irak über eine Pipeline in die Türkei, aber ein Krieg dort könnte die ganze Region erfassen.

"Fonds kaufen Öl"

Nach Einschätzung von Ölhändlern sind außerdem kapitalstarke Fonds auf den Zug gesprungen und kaufen spekulativ Öl. Zum Teil handle es sich um automatische Käufe, die beim Erreichen bestimmter Preishöhen ausgelöst würden. Viele spekulative Investoren, die sich beim Kauf von US-Immobilienkrediten die Finger verbrannt haben, wechseln nun das Spielfeld.

Außerdem treiben niedrige Lagerbestände in den USA zu Beginn der Heizperiode den Preis. Nach Befürchtungen könnte die Ölversorgung in einem harten Winter in Gefahr geraten. Weiterer Preistreiber: Öl wird in Dollar abgerechnet, ein fallender Dollar macht Öl in anderen Währungen billiger. Am Montag war der Dollarkurs weiter gefallen.

Das für Europa bestimmende Nordseeöl Brent stieg ebenfalls im Preis auf den Rekordwert von zeitweise 83,96 Dollar.

Der Großhandelspreis für Diesel hat als Folge der hohen Ölpreise einen neuen Rekord erreicht: Eine Tonne Diesel erreichte am zentralen europäischen Handelsplatz Rotterdam am Dienstag den neuen Höchststand von 762 Dollar, wie der Mineralölwirtschaftsverband in Hamburg mitteilte. Damit drohen den deutschen Autofahrern ebenfalls höhere Preise, denn die Großhandelspreise in Rotterdam bestimmen weitgehend das Preisniveau an den deutschen Tankstellen.

Am Montagabend stiegen in Deutschland bereits Benzin- und Dieselpreise. Superbenzin stieg nach Aral-Angaben um einen Cent auf 1,34 Euro, Diesel stieg um 3 Cent auf 1,19 Euro.

manager-magazin.de mit Material von ap

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