SachsenLB Der Verlust ist sicher

Die SachsenLB rechnet fest mit einem negativen Jahresergebnis. Zwar sei die Bilanz bis heute ausgeglichen, heißt es in Leipzig. Im laufenden Quartal muss die nach Stuttgart notverkaufte Landesbank aber ihre Milliardenverluste aus der Kreditkrise verbuchen.

Frankfurt am Main - Die durch die US-Finanzkrise in Schieflage geratene SachsenLB rechnet im laufenden Jahr nicht mehr mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Dieses Ziel sei selbst im Falle eines aufgehellten Marktumfelds nicht mehr erreichbar, teilte die inzwischen zur Stuttgarter LBBW gehörende Landesbank am Sonntag in einer Ad-Hoc-Veröffentlichung mit. Wie hoch der Jahresfehlbetrag ausfallen werde, könne wegen der Unsicherheiten auf den Finanzmärkten nicht prognostiziert werden.

Die SachsenLB weise für die ersten drei Quartale zum 30. September unter Berücksichtigung der Vorsorgereserven für allgemeine Bankrisiken ein noch ausgeglichenes Ergebnis aus, teilte die Bank weiter mit. Für die Bedienung der Zinszahlungsverpflichtung aus den drei börsennotierten Genussscheintranchen sei aufgrund der Genussscheinbedingungen jedoch allein der geprüfte Jahresabschluss zum 31. Dezember maßgeblich.

Die einzige ostdeutsche Landesbank hatte durch riskante Geschäfte im Zusammenhang mit US-Hypotheken viel Geld verloren und war an die LBBW verkauft worden. Die Sachsen LB soll Anfang 2008 in eine Tochter der LBBW umgewandelt werden. Im Zuge der Krise war auch der sächsische Finanzminister Horst Metz zurückgetreten.

Die Bank war über mehrere sogenannte Zweckgesellschaften in großem Stil am US-Hypothekenmarkt engagiert. Sie refinanzierte lang laufende Kreditforderungen durch die Herausgabe kurzfristiger Anleihen. Weil diese Refinanzierung zurzeit aber nicht mehr ausreichend funktioniert, mussten schon andere Landesbanken mit einer Liquiditätszusage von 17,3 Milliarden Euro der SachsenLB zur Seite springen. Einen Jahresverlust hatten Beobachter schon damals nicht ausgeschlossen.

Eine mögliche Fusion der beiden Landesbanken BayernLB und LBBW würde einem Medienbericht zufolge zur Schließung ganzer Auslandsstandorte und dem Abbau Hunderter Arbeitsplätze führen. Allein an den Auslandsniederlassungen beider Häuser wie London und New York müssten wegen Überschneidungen 200 bis 300 Stellen wegfallen, berichtete die Zeitung "Euro am Sonntag" unter Berufung auf Bankkreise.

Die Landesbanken in Deutschland stehen vor einer lange erwarteten Konsolidierung. Sowohl die LBBW als auch die BayernLB hatten ein Auge auf die schwächelnde WestLB geworfen. Während die LBBW offen von einer möglichen Fusion sprach, wollte Bayern Kooperationsmöglichkeiten ausloten. Vor diesem Hintergrund wurde zuletzt auch über eine Fusion von BayernLB und LBBW zu einer neuen Süd-Landesbank spekuliert. Gespräche dazu liefen bereits auf politischer Ebene.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dow jones und dpa

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