Hausse Goldpreis auf 27-Jahres-Hoch

Der Goldpreis hat in London den höchsten Stand seit 1980 erreicht. Die Schwäche des US-Dollar treibt den Preis für das Edelmetall. Binnen sechs Jahren hat sich der Preis für Gold verdreifacht.

London - Während der Dollar weiter nachgab, kletterte der Preis des Edelmetalls am Donnerstag auf 748 Dollar (529 Euro) pro Feinunze (rund 31,1035 Gramm). Der Goldpreis ist traditionell stark mit dem Greenback verbunden.

Schwächelt die US-Währung, investieren Anleger vermehrt in Gold, was wiederum den Preis in die Höhe treibt. Den bisherigen Rekord hatte der Goldpreis mit 870 Dollar im Januar 1980 markiert, bevor er bis Anfang 2001 auf 255 Dollar fiel. Gold  gilt besonders in Krisenzeiten als sichere Anlage.

Die Schwäche des Dollar habe für eine "Bilderbuchrally" beim Goldpreis gesorgt, sagte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Vor allem die Geldpolitik in den USA treibt die Anleger nach Einschätzung der Experten immer weiter in den sicheren Hafen Gold.

An den Finanzmärkten ist den Anlegern eines klar: Die überraschend starke Zinssenkung in der größten Volkswirtschaft der Welt von 0,50 Prozentpunkten auf 4,75 Prozent ist nur der Auftakt für weitere Zinsschritte.

Die Anleger fürchten, das billigere Geld wird die Inflation in den USA anheizen. Bei ihren Anlageentscheidungen setzen sie daher immer stärker auf das gelbe Edelmetall.

Neben der Geldpolitik der US-Notenbank ist es aber vor allem auch die allgemeine Entwicklung an den Rohstoffmärkten, die für Inflationsdruck sorgt. Besonders die jüngste Rekordjagd beim US-Ölpreis lässt in den kommenden Monaten weiter steigende Preise befürchten.

Zudem gab es zuletzt immer neue Preisrekorde bei Agrarrohstoffen. So war beispielsweise Weizen vor einigen Wochen so teuer wie noch nie. Der deutsche Einzelhandel reagierte mit massiven Preiserhöhungen bei einer ganzen Reihe von Lebensmitteln und sorgte damit für weitere Inflationsängste bei den Anlegern.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa-afx