Südzucker Süße Botschaft

Offenbar hat eine neue EU-Marktverordnung geringere Auswirkungen auf Südzucker als erwartet. Nach einem überraschend guten zweiten Quartal hat Europas größter Zuckerhersteller seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben.

Mannheim - Europas größter Zuckerkonzern Südzucker  hat im zweiten Quartal mehr verdient und umgesetzt als am Markt erwartet und rechnet nun wegen der Nachbesserungen bei der EU-Zuckermarktverordnung mit geringeren Rückgängen im Gesamtjahr.

Das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2007/08 werde bei mindestens 210 Millionen Euro (Vorjahr: 419) erwartet, teilte der im MDax notierte Konzern am Donnerstag in Mannheim mit. Die bisherige Prognose für das operative Ergebnis hatte 120 bis 160 Millionen Euro betragen. Der Konzernumsatz sollte auf 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,8) sinken. Bislang hatte Südzucker mit einem Rückgang auf 5,1 bis 5,3 Milliarden Euro gerechnet.

Auf Grund der EU-Zuckermarktreform sank im zweiten Quartal das operative Ergebnis auf 66,8 (Vorjahr: 122,7) Millionen Euro und der Überschuss nach Minderheiten auf 33 (63,4) Millionen Euro. Analysten hatten mit 56,5 Millionen Euro beim operativen Ergebnis und mit 15,6 Millionen Euro beim Überschuss gerechnet. Der Umsatz stieg um 2,2 Prozent auf 1,484 Milliarden Euro und lag ebenfalls über den erwarteten 1,355 Milliarden Euro.

Für das erste Halbjahr wies Südzucker ein operatives Ergebnis von 120,4 (250,3) Millionen Euro aus. Der Überschuss nach Minderheiten erreichte 38 (116,8) Millionen Euro. Der Umsatz sank in den ersten sechs Monaten um 3,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Südzucker lag auch hier über den Markterwartungen.

Belastet haben den Konzern die Auswirkungen der EU-Zuckermarktverordnung wie Preisrückgänge und Exportbeschränkungen. Betroffen davon ist vor allem das wichtigste Segment des Konzerns Zucker. Der Bereich Spezialitäten, in dem auch die Bioethanol-Tochter CropEnergies erfasst wird, konnte hingegen Umsatz und Ergebnis weiter steigern, ebenso das Segment Frucht. Die teilweise drastischen Erhöhungen der Rohstoffpreise hätten aufgrund bestehender Verträge noch keinen signifikanten negativen Einfluss gehabt, so der Konzern.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters