EADS Gallois will Aktienoptionen abschaffen

EADS-Chef Louis Gallois will das System, Manager auch per Aktienoptionen zu entlohnen, abschaffen. Vor wenigen Tagen waren Konzernmanager wegen des Verdachts auf Insiderhandel in die Kritik geraten.

Paris - Bei EADS hat man nach der jüngsten Affäre genug von Aktienoptionen. "Ich werde dem Verwaltungsrat die vollkommene Abschaffung vorschlagen", sagte Louis Gallois der Zeitung "Le Monde".

Im aktuellen Insider-Skandal stellte sich der EADS-Chef aber hinter seine Manager - zumindest vorerst. Er habe zum heutigen Zeitpunkt nicht vor, personelle Konsequenzen wegen der Affäre zu ziehen, sagte Gallois. "Bis zum Beweis des Gegenteils haben alle Manager mein Vertrauen. Wir kooperieren vollständig mit der Finanzmarktbehörde AMF und der Justiz, um ihre Untersuchung zum Ziel zu führen."

Die Pariser Zeitung "Figaro" hatte in der vergangenen Woche berichtet, Manager und Großaktionäre von EADS hätten vor Bekanntgabe der Lieferverzögerungen beim Riesen-Airbus A380 "massiv" EADS-Aktien verkauft. Bei den fraglichen Verkäufen wurden vielfach Aktienoptionen mit deutlichem Gewinn zu Geld gemacht.

Airbus und EADS hatten die Lieferverzögerungen beim A380 dann erst am Abend des 13. Juni 2006 bekannt gegeben. Am folgenden Tag verlor die EADS-Aktie an der Börse 26 Prozent an Wert.

Angesichts der milliardenschweren Sparanstrengungen bei Airbus hatte der Insider-Skandal in Frankreich eine Debatte über die Vergabe von Aktienoptionen an Manager ausgelöst.

Direkte Konsequenzen aus der Affäre auf die Unternehmenspolitik schloss Gallois aber aus. So stehe der Sparplan Power 8, der die Streichung von 10.000 Stellen und den Verkauf von Werken vorsieht, nicht zur Disposition. "Nichts würde das rechtfertigen", sagte Gallois. Der Plan sei erstellt worden, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem US-Konkurrenten Boeing zu sichern. Und dieses Ziel bestehe nach wie vor.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa