Ausfuhren Export steigt stark - und verliert an Einfluss

Der deutsche Export brummt trotz des starken Euro. Die Exporte legten im August gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10 Prozent zu – dennoch fällt der Beitrag des Außenhandels für die deutsche Konjunktur immer geringer aus.

Wiesbaden - Die Unternehmen verkauften im August Waren im Wert von 77,7 Milliarden Euro ins Ausland und damit 12,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Zum Vormonat legten die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um drei Prozent zu. Analysten hatten im Schnitt nur mit 0,5 Prozent gerechnet.

"Ohne Sommerpause ist der Außenhandel durchgestartet", sagte der Präsident des Branchenverbandes BGA, Anton Börner. Trotz der Euro-Stärke stiegen die Exporte in Drittstaaten wie USA oder China mit 13,4 Prozent überdurchschnittlich. Der hohe Euro-Kurs verteuert deutsche Produkte in anderen Währungsräumen.

Die Importe stiegen im August fast doppelt so stark wie die Ausfuhren, was Experten mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen: Die Zunahme spricht für eine anziehende Binnenkonjunktur, bremst aber den Beitrag des Außenhandels zum Wirtschaftswachstum. Der Überschuss in der Handelsbilanz sank deshalb auf 14,1 Milliarden nach 17,9 Milliarden Euro im Juli.

Binnenkonjunktur zieht an

Damit trage der Außenhandel nicht mehr so stark zum Wachstum bei, sagte Jörg Lüschow von der WestLB: "Wir können im Sommerquartal anders als im Frühjahr keine nennenswerten Impulse vom Außenhandel für das Wirtschaftswachstum erwarten." Andererseits signalisierten die starken Importzahlen, dass die Binnenkonjunktur in Schwung komme, sagte Sebastian Wanke von der DekaBank: "Der private Konsum wird sich schleichend erholen."

Der Wert der importierten Waren kletterte auf 63,6 Milliarden Euro. Das waren 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Juli gab es bereinigt einen Anstieg um 5,6 Prozent.

Überdurchschnittlich stark stiegen die Einfuhren aus Staaten der Euro-Zone, die zum Vorjahr um mehr als 15 Prozent zulegten. Zugleich wurden in diese Länder über zehn Prozent mehr Waren exportiert als im August 2006.

Deutschland: Glücklich auch ohne Export

manager-magazin.de mit Material von reuters

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