Strabag Für 42 bis 48 Euro an die Börse

Der Baukonzern Strabag hat den Startschuss für seinen Börsengang am 19. Oktober gegeben. Die Transaktion umfasst bis zu 1,35 Milliarden Euro. Allerdings liegt die Preisspanne deutlich unter den Erwartungen.

Wien - Der österreichische Baukonzern Strabag will mit seinem am Montag gestarteten Börsengang bis zu 1,35 Milliarden Euro erlösen und damit die weitere Expansion finanzieren. "Die Mittel aus der Kapitalerhöhung in Höhe von bis zu 912 Millionen Euro sollen dem weiteren Wachstum dienen", sagte Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner.

Strabag wolle in den Ausbau der Marktführerschaft in Zentral- und Osteuropa sowie Russland investieren, in den Straßenbau in Westeuropa und in spezielle Wachstumssegmente wie Umwelttechnik und Eisenbahnbau. Zudem solle die Eigenkapitalbasis gestärkt werden. Investieren wolle Strabag auch in den weiteren Ausbau der Rohstoffbasis, in die Zementproduktion, in den Kauf von Steinbrüchen und Kiesgruben sowie in baunahe Dienstleistungen, wie das Facility Management, so Haselsteiner weiter.

Insgesamt werden bis zu 28,2 Millionen Aktien begeben, davon 9,2 Millionen Aktien aus dem Bestand der Altaktionäre und 16 Millionen junge Aktien aus einer Kapitalerhöhung, teilte Strabag mit. Darüber hinaus gebe es eine Option auf eine Mehrzuteilung von bis zu drei Millionen Aktien.

Die Strabag ist in diesem Jahr der größte Börsegang an der Börse Wien und der fünftgrößte in Europa. Die Preisspanne wurde mit 42 bis 48 Euro festgelegt. Vom Markt war ein Preis von bis zu 51 Euro erwartet worden.

Der endgültige Angebotspreis wird im Rahmen eines Bookbuilding-Verfahrens ermittelt und voraussichtlich am 18. Oktober festgelegt werden. Als erster Handelstag sei der 19. Oktober geplant. "Den Altaktionären fließen bis zu 441,6 Millionen Euro zu, 912 Millionen Euro der Gesellschaft", sagte Haselsteiner weiter.

Das Vertrauen der umworbenen Anleger könnte jedoch gelitten haben: Nach Informationen von manager-magazin.de unterlag die Kölner Strabag AG vor dem Landgericht Köln in einer Auseinandersetzung mit ihren Minderheitsaktionären. In dem Urteil werden Haselsteiner indirekt gravierende Verstöße gegen das Aktienrecht bescheinigt.

Zweiter Anlauf

Zweiter Anlauf

Der Baulöwe unternimmt bereits den zweiten Anlauf für einen Börsegang im laufenden Jahr. Ende April hatte er den schon auf Schiene befindlichen Börsegang kurzfristig verschoben, weil sich der russische Oligarch Oleg Deripaska eingekauft hat. Deripaska zahlte 42 Euro je Aktie. Mit dem Einstieg Deripaskas wurde die Strabag schuldenfrei.

Die Strabag-Aktien werden sofort mit dem zweiten Handelstag im Topsegment der Wiener Börse, dem ATX, notieren. Dafür hat Haselsteiner auf seine qualifizierte Mehrheit von 25 Prozent plus einer Aktie verzichtet, sagte er. Die Familie Haselsteiner hält künftig 25 Prozent minus drei Aktien.

Nach der von der Deutschen Bank, Goldman Sachs und der Raiffeisen Centrobank geführten Transaktionen befinden sich 25 Prozent plus einer Aktie in Streubesitz. Die Raiffeisen-Gruppe mit der Uniqa und Deripaska halten nach dem Börsegang jeweils 25 Prozent plus eine Aktie am Baukonzern.

Deripaska hatte im April 30 Prozent der Strabag um 1,2 Milliarden Euro erworben und wird sich bei der Kapitalerhöhung verwässern lassen. Für Privatanleger besteht im Rahmen einer Zeichnung bis spätestens 16. Oktober die Möglichkeit einer bevorzugten Zuteilung. Das Angebot für institutionelle Investoren endet spätestens am 18. Oktober, hieß es weiter.

Die Strabag ist mit einem Volumen von knapp elf Milliarden Euro einer der führenden Baukonzerne Europas. Das Unternehmen beschäftigt rund 60.000 Mitarbeiter und setzte zuletzt 10,4 Milliarden Euro um. Die Hereinnahme Deripaskas gilt als strategischer Schritt am russischen Markt. Der Russe soll helfen, das Geschäft rasch zu entwickeln. Große Aufträge erhofft sich die Strabag vor allem in der Region Sotschi, wo die Winter-Olympiade 2014 stattfinden wird.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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