MAN "Voll im Plan"

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzern MAN hat in den ersten acht Monaten des Jahres bei Umsatz und Auftragseingang weiter zugelegt und seinen Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigt.

Krakau - In den Monaten Januar bis August habe der Umsatz mit rund neun Milliarden Euro 13 Prozent über Vorjahresniveau gelegen, sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson am Freitag in Krakau. Der konzernweite Auftragseingang lag mit 12,7 Milliarden Euro sogar 22 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Damit legte MAN  in den Monaten Juli und August stärker zu als in den Monaten zuvor.

Im ersten Halbjahr hatte der Umsatzanstieg 12 Prozent betragen, während der Auftragseingang um 20 Prozent zulegte. Vor allem in den Sparten Nutzfahrzeuge und Diesel floriere das Geschäft, sagte Samuelsson. Damit liege MAN "voll im Plan", seine Jahresziele zu erreichen. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern weiter einen Umsatzanstieg von mehr als 10 Prozent an. Die Umsatzrendite werde wie geplant bei "knapp über 10 Prozent" liegen.

Ohne den Aufwand für die Restrukturierung des defizitären Busgeschäfts, den MAN im zweiten Quartal mit 130 Millionen Euro angesetzt hatte, wäre sogar eine Rendite von 10,5 Prozent erreichbar gewesen, sagte Samuelsson. Langfristig strebt MAN im Durchschnitt eine Umsatzrendite von 8,5 Prozent an, die in schlechten Jahren nicht unter 6,5 Prozent und in guten Jahren bei bis zu 10,5 Prozent liegen soll.

Die Verlagerung der Montage von Stadtbussen von Salzgitter nach Polen, die sich MAN Mitte September nach monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall geeinigt hatte, soll nun zügig umgesetzt werden. "In einem drei viertel Jahr muss das abgeschlossen sein", sagte der Chef der MAN-Nutzfahrzeugsparte, Anton Weinmann. Insgesamt soll die Montage von 200 bis 300 Stadtbussen pro Jahr nach Polen wechseln. MAN verspricht sich durch die Verlagerung der besonders arbeitsintensiven Bus-Montage erhebliche Kostenvorteile.

Mit einem Ende des Lkw-Booms rechnet Samuelsson nicht: "Alle Zeichen sagen, dass wir einen stabilen Markt haben." Vor allem in Osteuropa und Asien verspricht sich der Konzern weiterhin hohe Zuwachsraten. In Russland, wo MAN derzeit auf einen Marktanteil von vier Prozent kommt, wolle die Marke den schwedischen Konkurrenten Scania als erfolgreichsten westlichen Importeur ablösen. Der Konzern werde seine Produktionskapazität daher weiter erhöhen. Bis 2009 soll sie auf 110.000 steigen. Es sei aber zu früh zu sagen, ob diese Stückzahl dann auch produziert und abgesetzt werden könne. Im kommenden Jahr will MAN erstmals 100.000 Lkw verkaufen nach knapp 80.000 im vergangenen Jahr.

In Indien soll das im vergangenen Jahr gestartete Joint-Venture mit Force Trucks 2010 bereits rund 25.000 Lkw fertigen, davon die Hälfte für den Export in andere asiatische Länder. Beim Hochfahren der Produktion gebe es zwar leichte Verzögerungen, man liege in Indien aber "grob im Plan", sagte Samuelsson. Im Frühjahr hatte MAN angekündigt, dass in dem indischen Gemeinschaftsunternehmen bereits in diesem Jahr 3700 Lkw vom Band laufen sollen. Nach Indien wolle MAN dann den chinesischen Markt erschließen, kündigte Samuelsson an. "Der nächste Schritt ist dann China. Da muss man aber noch etwas Geduld haben." Erst Ende August hatte der Konzern mit der chinesischen Weichai-Gruppe die Aufnahme exklusiver Kooperationsgespräche vereinbart.

Zugleich bekräftigte Samuelsson seine Hoffnung auf baldige Fortschritte im Ringen um ein Lkw-Bündnis mit Scania  und VW . "Ich hoffe, dass wir zum Jahresende mehr wissen", sagte Samuelsson. Derzeit gebe es zu diesem Thema aber nichts Neues. MAN sehe sich auch nicht unter Zeitdruck. Zuletzt hatte es wiederholt Gerüchte um ein Scheitern der Gespräche gegeben, die aber von den Beteiligten dementiert wurden. Nach der im Januar gescheiterten MAN-Offerte für Scania strebt vor allem VW einen Dreierbund unter Einbeziehung des eigenen Lkw-Geschäfts in Brasilien an.

manager-magazin.de mit Material von dpa