Private Equity Kreditkrise nagt an Renditen

Die Krise an den Kreditmärkten zehrt an den Renditen, die Beteiligungsfirmen mit ihren Milliardenübernahmen erzielen können. 20 Prozent seien nicht mehr drin, sagen Experten. Sinkende Kaufpreis könnten die Einbußen aber ein wenig abmildern.

Frankfurt am Main - Der größte deutsche Private-Equity-Dachfonds Cam hält für die Branche künftig noch Margen von 15 bis 16 Prozent für realistisch. In den vergangenen Jahren seien deutlich mehr als 20 Prozent an der Tagesordnung gewesen, sagte Cam-Gründer Rolf Wickenkamp der Nachrichtenagentur Reuters. "Diese Abkühlung ist eine Rückkehr zur Normalität." Allerdings federten die sinkenden Kaufpreise die Einbußen etwas ab.

Gründe für die abschmelzenden Renditen seien zum einen steigende Kreditkosten für die Übernahmen, da die Banken bei der Vergabe von Darlehen zunehmend restriktiver würden. Zum anderen werde die Periode zwischen Einstieg und Ausstieg der Beteiligungsfirma wieder länger. Theodor Weimer, Leiter des Globalen Investmentbanking der HVB-Mutter Unicredit, betonte, Beteiligungsfirmen müssten sich mittlerweile auf einen Investitionszeitraum von fünf bis sieben Jahre einstellen. Zuletzt seien hier drei Jahre üblich gewesen, sagte er auf der von Cam Private Equitiy organisierten Veranstaltung.

Private Beteiligungsfirmen müssen Weimer zufolge wegen der Krise an den Kreditmärkten zudem zur Finanzierung großer Übernahmen deutlich mehr Eigenkapital aufbringen als früher. "Wir werden auf längere Sicht keine Deals mehr sehen mit einem Eigenkapitalanteil von weniger als 35 Prozent", sagte der Investmentbanker. In den vergangenen Jahren hätten Finanzinvestoren im Schnitt nur 22 Prozent der Kaufsumme an eigenem Kapital beisteuern müssen, ergänzte Wickenkamp.

Keine Milliardendeals mehr

Der mehrheitlich zum Bankhaus Sal. Oppenheim gehörende Private-Equity-Dachfonds Cam hält Anteile an 25 verschiedenen Fonds von Beteiligungsfirmen wie Blackstone oder Carlyle und verwaltet knapp drei Milliarden Euro.

Wickenkamp sieht vor allem bei den großen milliardenschweren Deals spürbare Auswirkungen der Kreditmarktkrise. "Hier bleibt der Fremdkapitalmarkt auf nicht absehbare Zeit kompliziert." Auch der Finanzchef der Beteiligungsfirma Apollo Management, Barry Giarraputo, erwartet bis auf Weiteres keine Milliardendeals mehr. "Aber wir haben weiter viel Kapital an Bord und schauen nun auf die kleineren Übernahmen", sagte er bei einer Veranstaltung in New York. Hier seien auch weiter solide Renditen möglich.

Auch Wickenkamp sieht bei Übernahmen kleinerer und mittelgroßer Firmen derzeit keine Probleme, da die Banken die dafür notwendigen Kredite im Millionenbereich noch bereit stellten. Schwierig wird es erst bei großen Darlehenssummen, da die Geldhäuser diese weiterverkaufen müssen. Doch im Zuge der Vertrauenskrise an den Märkten sind Investoren wie Hedgefonds in eine Art Käuferstreik getreten. In der Vergangenheit seien gut zwei Drittel der Kredite für die Milliardenübernahmen der Beteiligungsfirmen an Investoren verkauft worden, sagte Weimer. "Dieser Markt ist jetzt tot." Experten schätzen den Kreditstau weltweit auf rund 300 Milliarden Euro.

von Philipp Halstrick, reuters

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