Hypothekenkrise HSBC zieht Schlussstrich

Die Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten zieht weitere Kreise. Die britische Großbank HSBC schließt ihre US-Hypothekentochter. 750 Stellen fallen weg. Die Bank muss eine Abschreibung von rund 900 Millionen Dollar verbuchen.

New York - Europas größte Bank HSBC schließt wegen der Kreditkrise ihr Hypothekengeschäft in den USA. "Es ist nicht länger tragbar und künftig nicht mehr geeignet, um weiteres Kapital hineinzustecken", erklärte Konzernchef Michael Geoghegan am Freitag.

Damit fallen bei der US-Tochter Decision One Mortgage 750 Stellen weg und die Bank verbucht eine Abschreibung von 880 Millionen Dollar, heißt es laut Nachrichtenagentur Reuters. Andere Quellen berichten von 945 Millionen Dollar Abschreibungen in der zweiten Jahreshälfte des Geschäftsjahres.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verbuchte das britische Finanzinstitut aus dem Verkauf von Krediten seines US-Hypothekengeschäfts einen Vorsteuerverlust von 400.000 Dollar. Dagagen fiel allein im vierten Quartal 2006 noch ein Vorsteuergewinn von 17 Millionen Dollar an.

HSBC hatte Decision One bereits im vergangenen Jahr umgebaut, als die Krise im riskanten Geschäft mit schlecht besicherten Hypothekenkrediten in den USA allmählich um sich griff. Der Konzern zentralisierte damals die Kreditvergabe seiner Tochter und reduzierte die Zahl der Geschäftsstandorte.

In den USA führten steigende Zinse und eine Abkühlung auf dem Häusermarkt dazu, dass viele Immobilienbesitzer ihre Hypotheken nicht mehr bedienen könne. Vor allem bei den Darlehen an Kreditnehmer mit geringer Bonität ("subprime mortgages") kommt es vermehrt zu Ausfällen. Weil die Hypothekendarlehen oft gebündelt international weiterverkauft wurden, brachte dies die Finanzbranche weltweit in Bedrängnis.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx