Alan Greenspan "Erst der Anfang"

Die Krise der Hypothekenmärkte werde noch etwas anhalten, meint Alan Greenspan. Der ehemalige Chef der US-Zentralbank sagt aber auch, die amerikanische Wirtschaft scheine die Krise zu verkraften.

Washington - Das gesamte Ausmaß der Krise am US-Hypotheken- und Immobilienmarkt wird nach Ansicht von Ex-Notenbankchefs Alan Greenspan noch eine ganze Weile ungewiss bleiben.

Die US-Wirtschaft scheine die Krise zu verkraften, und im Moment sehe es nicht ernst aus, sagte Greenspan am Sonntagabend (Ortszeit) dem US-Fernsehsender CBS. Allerdings stehe man erst am Anfang. Auf lange Sicht sei aber die Rückkehr der Inflation das Problem.

Greenspan setzte sich gegen den Vorwurf von Kritikern zu Wehr, er sei für die Krise am Hypotheken- und Immobilienmarkt mitverantwortlich, weil er als Notenbankchef die Zinsen zu lange zu niedrig gehalten habe. Er habe erst Ende 2005 eine Vorstellung gehabt, wie schwerwiegend das Problem sei, sagte Greenspan. Zwar habe man von einigen Praktiken gewusst, aber es sei sehr schwierig als Bankenregulierer dagegen vorzugehen.

Die Krise am Hypotheken- und Immobilienmarkt ist durch Zahlungsausfälle von Kunden mit schlechter Bonität ausgelöst worden. Die US-Notenbank wird am Dienstag über eine Beibehaltung oder Senkung der Leitzinsen entscheiden, die seit einem Jahr bei 5,25 Prozent liegen.

manager-magazin.de mit Material von dpa