US-Hypotheken Gegen den Trend

Für die Allianz-Tochter Pimco ist die Hypothekenkrise eine Chance zum Einstieg. Einem Bericht zufolge legt die US-Anlagegesellschaft einen zwei Milliarden Dollar schweren Fonds auf, um Not leidende Kredite billig aufzukaufen.

Brüssel - Pimco, die US-Investmenttochter der Allianz , will einem Pressebericht zufolge einen zwei Milliarden Dollar schweren Fonds zum Kauf amerikanischer Hypothekendarlehen auflegen. Damit wolle der Vermögensverwalter die in Verruf geratenen Finanzprodukte günstig einkaufen, berichtet das "Wall Street Journal Europe" am Donnerstag unter Berufung auf Pimco-Unterlagen.

Das Unternehmen wollte sich dem Bericht zufolge nicht dazu äußern. Mit diesem Schritt folgt Pimco der Konkurrenz. Zuvor hatte TCW 1,56 Milliarden Dollar für denselben Zweck eingesammelt.

Dekabank-Chef Franz Waas räumt ein Versagen der Banken beim Entstehen der Hypothekenkrise ein. "Die ganze Finanzbranche ist sicher etwas leichtfertig an diese Sache rangegangen", sagte Waas in einem Interview der Zeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe). Man habe nur damit gerechnet, dass einzelne Hausbesitzer ihre Kredite nicht zurückzahlen können, weil sie zum Beispiel ihren Job verlieren. Dass aber Zinserhöhungen einen großen Teil der Schuldner gleichzeitig in Schwierigkeiten bringen könnten, kam in den Modellen der Rating-Agenturen nicht vor. "Genau das ist nun passiert", sagte Waas.

In demselben Interview äußerte der Dekabank-Chef aber auch die Hoffnung, dass sich die Märkte bis Ende des Jahres wieder beruhigen. Voraussetzung dafür sei, dass die Banken alle Risiken offenlegen. Er erwarte, dass nur einige kleine Geldhäuser Verluste schreiben. Die Dekabank selbst sei nicht betroffen, weil keiner ihrer Fonds in Subprime-Hypothekenkredite aus den USA investiert habe. Bankaktien seien wegen der geringen Bewertung derzeit ein attraktives Investment.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.