Infineon Trennung im Einvernehmen

Infineon trennt sich von weiteren Anteilen von Qimonda. Die defizitäre Speicherchiptochter belastet das Ergebnis des Halbleiterherstellers schwer. Aber auch der Ableger könnte von einer raschen Loslösung profitieren.

München - Der Chiphersteller Infineon  trennt sich wie angekündigt von weiteren Anteilen an seiner Speicherchiptochter Qimonda . Die schlechte Geschäftsentwicklung bei Qimonda hatte Infineon zuletzt tief in die roten Zahlen gezogen. Allein im zweiten Quartal des Jahres hatte der Konzern einen Verlust von 197 Millionen Euro verbucht. Der Umsatz sei gleichzeitig um elf Prozent auf 1,75 Milliarden Euro zurückgegangen.

Der Kurs der Infineon-Aktien gab unter dem Eindruck der jetzt begonnenen Transaktion zu Handelsbeginn am Mittwochmorgen um 0,2 Prozent auf 12,03 Euro nach. Infineon wird zum einen 25 Millionen Aktien von Qimonda über American Depositary Shares (ADS) öffentlich anbieten, wie das Münchener Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mitteilte.

Hinzu komme eine Mehrzuteilungsoption von 3,75 Millionen Aktien. "Wird die Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt, beträgt der Infineon-Anteil an Qimonda 77,5 Prozent", hieß es nach Agenturangaben.

Anteil sinkt unter 80 Prozent

Bislang hält Infineon an der Tochter rund 86 Prozent. Darüber hinaus werde der Konzern eine Umtauschanleihe mit dreijähriger Laufzeit begeben. Ab 40 Tage nach der Emission könnten die Investoren ihre Bond-Anteile in Qimonda-Aktien umwandeln. Die Bedingungen der Anleihe würden in der kommenden Woche festgesetzt, sagte ein Infineon-Sprecher.

Sollten alle Anleihegläubiger von ihrem Wandlungsrecht Gebrauch machen, werde sich der Infineon-Anteil an Qimonda auf 72,5 Prozent reduzieren. Um während der Laufzeit der Anleihe die Handelbarkeit der Qimonda-Aktie zu erhöhen, wolle Infineon der amerikanischen US-Investmentbank JP Morgan bis zu zehn Millionen Qimonda-Aktien leihen.

Bis 2009 unter 50 Prozent

Anfang August hatte Infineon erstmals einen konkreten Zeitplan für die Trennung genannt. Bis spätestens zur Hauptversammlung 2009 solle die Beteiligung auf "deutlich unter 50 Prozent" gesenkt werden, hieß es.

Ohne Qimonda hätte die bisherige Geschäftsentwicklung in diesem Jahr laut Infineon deutlich besser ausgesehen: So war der Umsatz zwischen April und Juni ohne die Tochter gegenüber dem Vorquartal um drei Prozent auf rund eine Milliarde Euro gestiegen. Im gleichen Zeitraum hatte sich das operative Ergebnis laut Zwischenbilanz von einem Minus von 28 Millionen Euro auf ein Plus von 13 Millionen Euro verbessert. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen nach eigenen Angaben für die Bereiche ohne Qimonda ein weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum.

Qimonda-Chef Kin Wah Loh begrüßte den von Investoren erhofften Schritt von Infineon. "Durch den erhöhten Streubesitz erwarten wir eine Verbesserung der Liquidität sowie der Handelbarkeit unserer Aktie. Darüber hinaus betrachten wir diese Entscheidung als logische Entwicklung, da sie den beiden Unternehmen die weitere Fokussierung auf ihre jeweiligen Technologien, Produktpläne und Geschäftsmodelle ermöglicht", erklärte er.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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