Philips Näher an den Verbraucher

Der niederländische Elektronikkonzern Philips will seinen Betriebsgewinn bis 2010 mittels Einsparungen mehr als verdoppeln. Mit einer Reduzierung von vier auf nur noch drei Geschäftsbereiche will das Unternehmen näher an den Konsumenten rücken.

Amsterdam - Im Zuge des Umbaus und der geplanten Reduzierung von vier auf drei Sparten sollen bei Philips Kosten in Höhe von 150 bis 200 Millionen Euro wegfallen. Firmenchef Gerard Kleisterlee kündigte am Montag zudem an, in den nächsten Jahren abhängig von den Kosten für mögliche Zukäufe Milliardenbeträge an die Aktionäre auszuschütten. Das erfreute die Investoren: Die Aktien von Philips  legten in Amsterdam um knapp vier Prozent zu.

Philips konzentriert sich nach dem Verkauf seiner Mehrheit an der Halbleitersparte NXP und dem LCD-Bildschirmhersteller LG.Philips LCD sowie des Anteils an der taiwanischen Chipfirma TSMC auf rentablere und stabilere Geschäftszweige.

Die neuen Sparten heißen Gesundheit, Beleuchtung und Verbraucher-Lifestyle. Die Sparten Consumer Electronics (CE) und Elektro-Hausgeräte (Domestic Appliances, DAP) werden künftig in der Sparte "Consumer Lifestyle" zusammengeführt.

"Die Zusammenführung von CE und DAP in eine Consumer Lifestyle Sparte wird ein Kraftzentrum schaffen, dass sehr nahe am Endkunden ist", sagte Kleisterlee. Der Konzern setze dabei auf die Fähigkeit, innovative Produkte zu entwickeln, die Bedürfnisse der Konsumenten zu erforschen und zu verstehen und die Produkte mit höheren Margen als bisher vermarkten zu können.

Blick aufs Konsumentengeschäft

"Vision 2010" ziele darauf ab, Philips noch stärker als ein verbraucherorientiertes Unternehmen zu positionieren, ergänzte ein Unternehmenssprecher. Die neue Struktur soll es Philips künftig ermöglichen, Vorteile aus dem Wachstum zu erzielen, das im Konsumentengeschäft erwartet werde.

Im Gesundheitssegment will sich Philips zudem stärker auf die Bereiche Kardiologie, Onkologie und Intensivversorgung konzentrieren.

Wie viele Stellen dem Umstrukturierungsprogramm mit dem Titel "Vision 2000" zum Opfer fallen, wurde nicht mitgeteilt. Kleisterlee betonte aber, Entlassungen werde es nicht geben.

Verdoppelung des Gewinns bis 2010

Konkret kündigte Philips bis 2010 eine Verdopplung des Gewinns je Aktie vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen an. In diesem Jahr erwarten Analysten im Schnitt 1,68 Euro. Kleisterlee kündigte auch an, das Tempo der Zukäufe beschleunigen zu wollen und zwar in allen drei Sparten.

In den vergangenen beiden Jahren gab Philips 4,7 Milliarden Euro für Akquisitionen aus. Konkrete Übernahmeziele nannte der Konzernchef aber nicht. Zukäufe und auch der Firmenumbau sollen Philips zufolge bis 2010 zu einer operativen Umsatzrendite von mehr als zehn Prozent führen. Für das laufende Jahr werde weiter mehr als 7,5 Prozent angepeilt.

Analysten begrüßten die ehrgeizigen Pläne. "Wir denken, dass Philips es ernst meint mit den Wachstumszielen", sagte Eric de Graaf von Petercam.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx