Premiere 250 Millionen für die Bundesliga

Das Fernsehunternehmen Premiere will Anlegern neue Aktien im Wert von bis zu 250 Millionen Euro verkaufen. Das Geld hat Premiere-Chef Michael Börnicke schon verplant: Er will damit die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga ersteigern.

Hamburg - Der Bezahlsender Premiere  stärkt sich mit der Ausgabe von gut 14 Millionen neuen Aktien. "Die Kapitalerhöhung könnte dem Unternehmen bis zu 250 Millionen Euro in die Kassen spülen", sagte der neue Premiere-Chef Michael Börnicke. Das Geld braucht die TV-Anstalt, um für die Übertragungsrechte der Fußballbundesliga bieten zu können. Die Versteigerung der Rechte soll bald beginnen.

Der genaue Preis für die neuen Aktien soll aus einem Durchschnittskurs ermittelt werden, der sich in den Tagen vom Beginn der Bezugsfrist am kommenden Dienstag bis zum 18. September ergibt. Die bisherigen Premiere-Aktionäre sollen ein Bezugsrecht erhalten und können für je sieben alte eine neue Aktie erwerben.

Nach Bekanntgabe der Pläne für die Kapitalerhöhung vor etwa zwei Wochen hatte der Premiere-Aktienkurs deutlich nachgegeben. Am Freitag notierten die Papiere des Abosenders zeitweise um gut 1,5 Prozent im Minus bei 15,44 Euro.

Premiere war in einem spektakulären Wettbieten um die Bundesligarechte Ende 2005 zunächst von dem Bezahlsender Arena ausgestochen worden und anschließend in Turbulenzen geraten. Zusammentun durften sich die Firmen allerdings auch nicht, weil das Bundeskartellamt dagegen protestierte. Premiere kaufte daraufhin die Live-Rechte an der Bundesliga in Form einer Sublizenz zurück, was zugleich das Aus für den Konkurrenten Arena bedeutete.

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia, der hinter Arena steht, ist nun noch mit 16,6 Prozent an Premiere beteiligt, muss seinen Anteil aber aus kartellrechtlichen Gründen bis Mitte 2009 wieder abgeben. Unitymedia betreibt nun noch eine Satelliten-Plattform, über die Inhalte von Premiere ausgestrahlt werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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