Leitzins Schärfste Waffe der EZB

Dreht die Europäische Zentralbank am Leitzins, hat dies erhebliche Folgen für Unternehmen und Verbraucher in der Europäischen Währungsunion. Der Leitzins beeinflusst das Wirtschaftsleben in vielfältigster Weise. Er ist die die schärfste Waffe der EZB.

Frankfurt am Main - Mit dem Leitzins kann die Europäische Zentralbank (EZB) die Lebenshaltungskosten der mehr als 300 Millionen Einwohner im Währungsraum ebenso beeinflussen wie das Wirtschaftswachstum.

Mit dem Leitzins gibt die EZB den Geschäftsbanken vor, zu welchem Preis sie sich Geld von ihr leihen können. Steigt dieser Zinssatz, verteuern sich in der Regel auch die Darlehen für Unternehmen und Verbraucher. Wird die Finanzierung teurer, investieren Unternehmen weniger. Verbraucher leihen sich seltener Geld, etwa für den Autokauf oder den Eigenheimbau.

Sinkt die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, können Anbieter Preiserhöhungen nicht mehr so einfach durchsetzen – der Preisauftrieb wird gedämpft. Stabile Preise sind das wichtigste Ziel der EZB. Sie sieht diese bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Eine Zinssenkung wirkt genau umgekehrt. Kredite werden billiger. Das regt die Nachfrage an. Investitionen und Konsum werden damit angekurbelt und in der Folge auch das Wirtschaftswachstum.

Der Leitzins beeinflusst das Wirtschaftsleben noch auf vielen anderen Wegen. Ein hohes Zinsniveau macht Sparen attraktiver, weil die Guthabenzinsen zulegen. Auch der Wechselkurs des Euro wird beeinflusst, weil die Höhe des Zinses über die Attraktivität einer Währung als Anlage mitentscheidet.

manager-magazin.de mit Material von reuters