US-Börse Bayer zieht sich zurück

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer wird seine Notierung an der New York Stock Exchange Ende September einstellen. Der Konzern will damit 15 Millionen Euro jährlich einsparen.

Frankfurt am Main - Aus Kostengründen zieht sich auch der Bayer-Konzern von der New Yorker Börse zurück. Der Leverkusener Pharma- und Chemieriese folgt damit dem Beispiel anderer deutscher Unternehmen wie BASF , Altana  und SGL Carbon .

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern werde das Delisting seiner US-Hinterlegungsscheine (ADS) von der New York Stock Exchange  (Nyse) beantragen, kündigte Bayer  am Mittwoch an. Zudem solle die Deregistrierung bei der US-Börsenaufsicht SEC erreicht werden.

Durch den Rückzug von der Nyse rechne Bayer  mit jährlichen Einsparungen von rund 15 Millionen Euro. Die US-Hinterlegungsscheine des Unternehmens sollen voraussichtlich Ende September oder Anfang Oktober zum letzten Mal an der Nyse gehandelt werden. Bayer beabsichtigt, sein ADS-Programm auf Level-I-Basis weiterzuführen. US-Anleger haben somit die Möglichkeit, ihre Anteilsscheine zu halten und künftig außerbörslich in den Vereinigten Staaten zu handeln.

Der mit hohen Erwartungen verbundene Gang an den weltgrößten Aktienhandelsplatz hat sich bislang für nur wenige deutsche Konzerne ausgezahlt. Nur der Softwareriese SAP  hatte stets betont, mit seinen Umsätzen an der Nyse zufrieden zu sein.

Die US-Börsenaufsicht SEC hatte im März neue Regeln aufgestellt. Danach kann ein Delisting inzwischen eingleitet werden, wenn die in den USA gehandelten Aktien weniger als 5 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen. Die alten Vorschriften waren dagegen wesentlich härter. Daher sprachen Experten in Anlehnung an den Siebziger-Jahre-Hit häufig vom "Hotel California"-Problem: einchecken jederzeit erlaubt, aber man kommt nie wieder raus.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters