IKB "Keine Kapitalerhöhung notwendig"

Die IKB hat die Folgen ihrer Fehlspekulation auf US-Hypothekenschulden für ihre Bilanz beziffert. Die Bank rechnet damit, in diesem Geschäftsjahr bis zu 700 Millionen Euro Verlust verbuchen zu müssen. Eine Kapitalerhöhung sei allerdings nicht notwendig.

Düsseldorf - Die wegen der US-Hypothekenkrise in Schieflage geratene Mittelstandsbank IKB  hat für das Geschäftsjahr 2007/08 einen Verlust und eine Restrukturierung angekündigt. "Das ist die richtige Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt", sagte Vorstandschef Günther Bräunig. Es gelte, mit Transparenz das Vertrauen zurückzugewinnen und ein tragfähiges Geschäftsmodell zu schaffen.

"Für einen erfolgreichen Neubeginn hält der Vorstand eine einmalige umfassende Bereinigung der Bilanz für geboten", teilte das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mit. Der Fehlbetrag liege im Konzern in der Größenordnung von 600 bis 700 Millionen Euro (nach IFRS). Im Einzelabschluss der IKB AG (nach HGB) werde ein Verlust zwischen 400 und 450 Millionen Euro erwartet.

Die Genussscheine und die stillen Einlagen der IKB würden "voraussichtlich nachteilig betroffen sein." Grund seien "die Verarbeitung bestehender Lasten sowie notwendige Restrukturierungsmaßnahmen". Die Geschäftsplanung müsse der aktuellen Situation an den Kapital- und Geldmärkten angepasst werden.

Gleichzeitig erklärte die Bank, sie wolle ihre Investitionen in international strukturierte Wertpapierportfolien zurückfahren. Die IKB werde ihr Geschäftsmodell künftig stärker auf "die erfolgreichen Kerngeschäftsfelder Firmenkunden Inland, Leasing und Private Equity, Strukturierte Finanzierung und Immobilienfinanzierung" ausrichten. Einzelheiten der Restrukturierungsmaßnahmen und die Geschäftszahlen für das erste Quartal (zum 30. Juni 2007) würden nach Vorliegen des Ergebnisses der Sonderprüfung durch PriceWaterhouseCoopers bekannt gegeben.

"Innovative Finanzierungslösungen" blieben integraler Bestandteil des Geschäftsmodells, teilte die Bank mit. Das noch bestehende Wertpapierportfolio auf der Bilanz werde restrukturiert. So will die in der Krise steckende Bank künftig stabile Erträge erwirtschaften. Diese dürften sich aber "insgesamt auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den zurückliegenden Geschäftsjahren" bewegen, hieß es.

Allerdings: "Eine Kapitalerhöhung ist nicht notwendig", sagte Vorstandschef Bräunig bei einer Telefonkonferenz. Die Verluste würden von den einbehaltenen Gewinnen gedeckt.

Für die IKB hat sich die staatseigene Förderbank KfW als Großaktionärin mit den Verbänden von privaten Banken, Genossenschaftsinstituten und Sparkassen auf die Übernahme möglicherweise entstehender Verluste in Höhe von 3,5 Milliarden Euro geeinigt. Davon stemmt die KfW als Poolführerin 2,5 Milliarden Euro, die als Rückstellung aus ihrem Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 5,3 Milliarden Euro gebildet werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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