Fed-Chef Bernanke Notenbank notfalls zum Eingreifen bereit

Die US-Notenbank ist ihrem Chef Ben Bernanke zufolge bereit, so weit notwendig die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft zu begrenzen. Man beobachte die Entwicklung "sorgfältig". Eine Zinssenkung bis Mitte September wird damit immer wahrscheinlicher.

Jackson Hole - Die Fed beobachte die Situation genau und werde die nötigen Maßnahmen ergreifen, sagte Bernanke am Freitag. Die Zentralbank werde aber nicht Investoren retten, die schlechte Entscheidungen getroffen hätten. Daraufhin stieg der Dollar zum Euro, Dow Jones  und Dax  bauten jeweils ihre Tagesgewinne aus.

Mit seinen Anmerkungen hat Bernanke erneut die Handlungsbereitschaft der Fed unterstrichen. Die US-Notenbank stehe zu weiteren Handlungen bereit, um falls nötig die erforderliche Liquidität bereitzustellen und das Funktionieren der Finanzmärkte zu gewährleisten, sagte Bernanke während seiner Rede in Jackson Hole. Die US-Notenbank werde negative Effekte auf die Gesamtwirtschaft limitieren. Es war die erste Rede Bernankes seit dem Ausbruch der Finanzmarktturbulenzen Mitte August.

Die große Mehrheit der Anleger an der Wall Street geht inzwischen von einer Zinssenkung durch die Fed spätestens bis zur nächsten regulären Sitzung am 18. September aus.

Vor zwei Wochen hatte die US-Notenbank den Diskontsatz angesichts der gestiegen wirtschaftlichen Unsicherheit überraschend um 0,5 Prozentpunkte auf 5,75 Prozent gesenkt. Der wichtigere Leitzins (Satz für Tagesgeld/Fed Funds Rate) bleibt jedoch unverändert bei 5,25 Prozent.

Sowohl die US-Notenbank (Fed) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) haben im Zuge der Ausweitung der Krise in jüngster Zeit darüber hinaus erhebliche finanzielle Mittel in den Geldmarkt gelenkt. Die verschlechterten Kreditbedingungen und die gestiegene Unsicherheit hätten das Potenzial das Wirtschaftswachstum zu belasten, hatte die Fed ihre Entscheidung damals begründet. Mit einer Zinssenkung geht die US-Notenbank nach Ansicht von Volkswirten aber auch Risiken ein.

Markterholung: Let the Fed be with you

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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