Hypothekenkrise Bush plant Hilfsprogramm

US-Präsident George Bush nimmt heute erstmals öffentlich Stellung zur Immobilienkrise. Nach Informationen aus der Regierung plant er ein Hilfsprogramm für Not leidende Hypothekenkredite. In Zukunft sollen strengere Regeln bei der Kreditvergabe gelten, um solche Turbulenzen zu vermeiden.

Washington - US-Präsident George W. Bush will am Montag eine Reihe von Reformen zur Überwindung der Hypothekenkrise im Land vorschlagen. Sie reichen von Kredithilfen für Hausbesitzer mit Zahlungsschwierigkeiten über Steuererleichterungen bis hin zu strengeren Bedingungen für die Kreditvergabe, wie vor seiner Rede verlautete, die er um 17.10 Uhr MESZ vor dem Weißen Haus halten soll.

"Er will über die Reformen diskutieren, damit sich solche Probleme in der Zukunft nicht wiederholen", sagte ein ranghoher Mitarbeiter des Präsidialamtes. Viele Analysten haben gewarnt, dass die Hypothekenkrise die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. Die US-Regierung hält dem entgegen, dass die Wirtschaft intakt und das weltweite Wachstum robust sei. Volkswirte befürchten aber, dass wegen der Hypothekenkrise viele Bürger ihr Geld stärker zusammenhalten und ihre Konsumausgaben einschränken könnten, was dem Wachstum in den USA einen deutlichen Dämpfer verpassen könnte.

Hintergrund der Krise war die Vergabe von kaum gesicherten Immobilienkrediten an Hauskäufer. Steigende Zinsbelastungen und sinkende Immobilienwerte haben dazu geführt, dass viele Kredite nicht mehr zurückgezahlt werden konnten. Bush werde dem Kongress unter anderem eine Reform der Wohnungsbaubehörde des Bundes (Federal Housing Administration) vorschlagen, damit sie Kreditnehmern mit Zahlungsproblemen flexibler helfen könne, hieß es in Regierungskreisen. So solle die Behörde mit Kreditbürgschaften einspringen können, wenn Schuldner in Zahlungsverzug gerieten, berichtete das "Wall Street Journal", das einige Vorabinformationen zu den Regierungsplänen erhalten hatte.

Die Federal Housing Administration wurde während der großen Depression in den 30er Jahren geschaffen, als das Bankensystem in den USA zusammenbrach und Millionen Menschen obdachlos wurden. Jetzt besteht seine Aufgabe darin, den Immobilienerwerb vor allem ärmerer Amerikaner zu fördern. Bush wolle den Kongress außerdem um Steuererleichterungen für Hausbesitzer mit Zahlungsschwierigkeiten bitten, berichtet das "Wall Street Journal".

Nach Angaben aus Regierungskreisen sollen die zuständigen Ministerien zudem Hilfsprogramme für Kreditnehmer mit Zahlungsproblemen ausarbeiten, um Insolvenzen zu vermeiden. Desweiteren werde sich Bush für strengere Regeln bei der Kreditvergabe einsetzen. Zur Hypothekenkrise und der Geldpolitik der Notenbank (Fed) wollte sich Fed-Chef Ben Bernanke kurz vor den Äußerungen Bushs auf einer Tagung von Notenbankern äußern. Die Märkte versprechen sich davon Hinweise auf weitere Zinssenkungen in den USA.

manager-magazin.de mit Material von reuters