Kion Angriff auf die Nummer eins

Die ehemalige Gabelstapler-Sparte von Linde, Kion, zieht Zukäufe in Amerika in Erwägung. Gelingt dem Management das Geschäft, würde Kion die japanische Toyota womöglich als Branchenprimus ablösen. Nebenbei könnte Kion auch noch schneller an die Börse gehen, als bisher gedacht.

Wiesbaden - Europas führender Gabelstaplerhersteller Kion hält seinen Wachstumskurs: Im ersten Halbjahr steigerte das Unternehmen mit den drei Marken Linde, Still und OM seinen Umsatz um 9,8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro; Kion wurde Ende 2006 aus dem Linde-Konzern  ausgegliedert.

Um Sondereinflüsse bereinigt, wuchs das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebita) um 27 Prozent auf 146,7 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt die weltweite Nummer Zwei der Branche ein Umsatzplus von mindestens 10 Prozent an, nach 10,8 Prozent im Vorjahr. Branchenprimus ist die japanische Firma Toyota .

Das Management kann sich jetzt vorstellen, früher als geplant an die Börse zu gehen - womöglich schon im kommenden Jahr und nicht erst wie bisher angekündigt in 2009. "Wäre doch schade wenn sich das Top-Fenster 2008 öffnet, und wir nicht ausreichend vorbereitet sind", sagte der Vorstandsvorsitzende Hubertus Krossa heute. Er rechnet auch mittelfristig mit anhaltendem Wachstum oberhalb der Marktentwicklung.

Potenziale sieht er im derzeit schwach ausgeprägten USA-Geschäft. Dort sei Kion auch an Zukäufen interessiert. "Wenn es eine Möglichkeit gibt, werden wir sie sicher nutzen", sagte Kion-Chef Hubertus Krossa. Mit einer Übernahme könnte Kion die japanische Toyota als Nummer eins der Branche überholen.

Im November 2006 hatte der Gase-Konzern Linde Kion für vier Milliarden Euro an die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Goldman Sachs Capital Partners verkauft. Beide hatten einen Börsengang als angestrebte Form des Wiederverkaufs genannt. Branchenbeobachtern zufolge gilt Kion nach einem Börsengang als potenzieller Kandidat für den MDax , dem Börsenindex für mittelgroße Unternehmen.

Kion erzielte im vergangenen Jahr pro forma rund 4 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigte etwa 20.000 Mitarbeiter. 60 Prozent davon im Ausland.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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