Kreditkrise Lehman Brothers steigt aus

Die viertgrößte amerikanische Investmentbank Lehman Brothers schließt wegen der Kreditkrise ihr Geschäft mit schlecht besicherten Hypotheken. In 23 Büros fallen damit insgesamt 1200 Stellen weg. Andere Banken planen ähnliche Schritte.

New York - Angesichts der Kreditkrise schließt die US-Investmentbank Lehman Brothers  ihr Hypothekengeschäft mit schlecht besicherten Darlehen. Wie das Geldinstitut am Mittwoch mitteilte, werden in 23 Büros insgesamt 1200 Stellen wegfallen. Die Schließung der Sparte "BNC Mortgage" sei wegen der Bedingungen am Kreditmarkt unabdingbar.

Bereits wenige Stunden vor der Mitteilung über den Stellenabbau bei Lehman Brothers hatte es eine weitere Hiobsbotschaft aus der gebeutelten Branche gegeben: Der angeschlagene Hypothekenanbieter Accredited Home Lenders plant angesichts der Krise auf dem Immobilienmarkt den Abbau von knapp zwei Dritteln seiner Stellen. Von den derzeit 2600 Arbeitsplätzen sollen nach der Restrukturierung noch 1000 übrig bleiben.

Auch die britische Großbank HSBC  speckt ihr Hypothekengeschäft in den USA ab: Die Filiale in Carmel im Bundesstaat Indiana soll bis zum zweiten Quartal 2008 geschlossen werden - 600 Arbeitsplätze fallen weg.

Die US-Hypothekenbranche war zuletzt wegen der steigenden Zinsen und der Krise auf dem Häusermarkt in eine schwere Schieflage geraten. Besonders bei den schlecht besicherten Darlehen ("Subprime Mortgages") kam es vermehrt zu Ausfällen.

Dutzende Finanzinstitute haben sich bereits von diesem Markt verabschiedet. Auch die größte US-Hypothekenbank Countrywide Financial ist von der um sich greifenden Krise betroffen und steckt in Liquiditätsnöten.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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