Aktienrückkauf Pfleiderer vor Turnaround?

Nach wochenlangem Abwärtstrend setzte die Aktie der Pfleiderer AG heute zum Höhenflug an. Grund ist ein Aktienrückkaufprogramm des Holzverarbeiters. Laut Analysten ist das Unternehmen damit auf dem richtigen Weg.

Frankfurt am Main/Neumarkt - Die Aktien von Pfleiderer sind am Mittwoch nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufpogramms zeitweise um 11 Prozent hochgesprungen. Gegen 10.00 Uhr gewannen die Titel 8,48 Prozent auf 17,90 Euro. Der MDax, in dem die Papiere des Möbel- und Bauzulieferers enthalten sind, stieg im gleichen Zeitraum um 2,22 Prozent auf 9.960,01 Zähler.

"Das Aktienrückkaufprogramm ist sehr sinnvoll, weil man derzeit Aktien unter dem fairen Wert bekommen kann", bewertete Analyst Mario Endner von der BayernLB die Aktion. Aus diesem Grund sei der Kauf derzeit ein lohnendes Geschäft. Außerdem könne damit der massive Kursdruck der letzten Wochen ausgeglichen werden.

Pfleiderer hatte am Dienstag angekündigt, die zurückgekauften Aktien zum einen für ein Aktienoptionsprogramm, aber auch für den Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen nutzen zu wollen. Analyst Endner geht davon aus, dass die Stoßrichtung für Übernahmen nach Ost- oder Westeuropa geht. Er könne sich vorstellen, dass Pfleiderer an Holzherstellern in Osteuropa oder an Herstellern von Laminat in Ost- und Westeuropa interessiert sei. Weiteres Engagement in den USA halte er hingegen für unwahrscheinlich.

Unicredit-Analyst Andre Remke sieht das anders: "Ich gehe nicht davon aus, dass Pfleiderer kurzfristig größerer Akquisitionen plant." Zunächst stehe die Intergration des Laminatherstellers Pergo in den USA im Vordergrund. Er sehe das Aktienrückkaufprogramm vielmehr als Zeichen, dass das Unternehmen an seine eigene Geschäftsstrategie glaube.

Eine Milliarde Umsatz im zweiten Halbjahr

Auch Carsten Kunold, Analyst bei Merck Finck, erwartet in nächster Zeit keine Übername. Merck Finck hat die Pfleiderer-Aktie mit "Buy" bestätigt. Mit dem angekündigten Aktienrückkaufprogramm dürfte der Holzwerkstoff-Spezialist dem Markt wohl in erster Linie signalisieren, dass der jüngste Kursrückgang übertrieben sei, schreibt Kunold in einer Studie vom Mittwoch.

Unterdessen sagte Pfleiderer-Finanzvorstand Derrick Noe in einer Telefonkonferenz, der Holzverarbeiter wolle im zweiten Halbjahr einen Umsatz von über einer Milliarde Euro und ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 120 Millionen Euro einfahren. Im ersten Halbjahr erlöste Pfleiderer dank eines starken Geschäfts in Europa 886 Millionen Euro und verdiente operativ 121 Millionen.

Zum Hintergrund: Der Vorstand der Pfleiderer AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2007 bis zu 4.872.610 eigene Aktien der Gesellschaft über die Börse zu erwerben. Dies entspricht rund 9 Prozent des Grundkapitals. Die Pfleiderer AG macht damit von der Ermächtigung der ordentlichen Hauptversammlung vom 19. Juni 2007 zum Erwerb eigener Aktien Gebrauch.

Der Rückkauf wird nach Angaben des Unternehmens ausschließlich über die Börse im Xetra-Handel erfolgen. Dabei dürfen je Tag nicht mehr als 25 Prozent des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens der 20 Börsentage vor dem Kauftermin erworben werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.