Eon Voll im Plan

Eon hat im ersten Halbjahr seinen Umsatz und Gewinn leicht gesteigert und sieht sich für das Gesamtjahr im Plan. Die zugesagte Übernahme von Teilen des spanischen Konkurrenten Endesa will Eon in weniger als einem Jahr abschließen.

Düsseldorf - Der Energiekonzern Eon  hat im ersten Halbjahr dank höherer Strompreise und Zuwächse auf dem britischen Markt seinen Umsatz und Gewinn gesteigert. Im Gasgeschäft musste der größte deutsche Versorger jedoch wegen des milden Winters Einbußen hinnehmen.

Die zugesagte Übernahme von Teilen des spanischen Konkurrenten Endesa will Eon in weniger als einem Jahr abschließen. Eon-Chef Wulf Bernotat sagte am Mittwoch, die Transaktion solle in der ersten Jahreshälfte 2008 abgewickelt werden. Eon hatte den Übernahmekampf um Endesa gegen die Rivalen Enel und Acciona verloren, soll aber Anteile an Endesa-Geschäften im Wert von rund zehn Milliarden Euro erhalten.

Eon bekräftigte bei der Vorlage der Zahlen am späten Dienstagabend seine im Mai angehobene Prognose für das laufende Jahr. Danach soll der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 5 bis 10 Prozent steigen.

Im Vorjahr hatte Eon hier ein Ergebnis von 8,4 Milliarden Euro erzielt. Auch unter dem Strich will Eon mehr verdienen als vor einem Jahr. "Die Entwicklung der Strompreise wirkte sich positiv aus", teilte das Unternehmen mit. Zudem sei auch insgesamt mehr Strom abgesetzt worden als im Vorjahreszeitraum.

Die Erlöse des Konzerns seien daher von Januar bis Juni insgesamt um 4 Prozent auf 35,559 Milliarden Euro gestiegen. Das bereinigte Ebit sei um 7 Prozent auf 5,426 Milliarden Euro erhöht worden, während der Überschuss um 25 Prozent auf 4,320 Milliarden Euro zulegt habe.

Schwächelndes Gasgeschäft

Schwächelndes Gasgeschäft

Höhere Zuwächse musste Eon wegen des milden Winters abschreiben, der dem Konzern im sonst florierenden Gasgeschäft einen Strich durch die Rechnung machte. Die Sparte Pan-European Gas, in der Eon mit seiner Ferngastochter Ruhrgas aktiv ist, verzeichnete einen deutlichen Absatz- und Ergebnisrückgang. Die Sparte verbuchte beim bereinigten Ebit einen Rückgang von 4 Prozent. Insgesamt ging der Gasabsatz um 8 Prozent zurück. In Großbritannien profitierte das Unternehmen hingegen unter anderem davon, Gas zu niedrigeren Preisen eingekauft zu haben als im Vorjahr. Das Ebit legte hier um 63 Prozent zu.

"Das ist alles im Rahmen der Erwartungen", sagte Sal. Oppenheim-Analyst Stephan Wulf. Größere Kursbewegungen der Eon-Aktie am Mittwoch erwartete er nicht. Auch im Gasgeschäft sei mit einem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet worden.

Eon hatte wenige Wochen nach der Niederlage im Kampf um den spanischen Versorger Endesa massive Investitionen und ein kräftiges Gewinnwachstum angekündigt. Bis 2010 will das Unternehmen das bereinigte Ebit auf 12,4 Milliarden Euro steigern. Zudem soll die Dividende in diesem Zeitraum jährlich im Durchschnitt 10 bis 20 Prozent steigen. Für 2006 hatte Eon je Aktie 3,35 Euro ausgeschüttet.

Sein Wachstum im Kerngeschäft mit Strom und Gas will Eon durch Investitionen in Höhe von 60 Milliarden Euro vorantreiben.

In den vergangenen Wochen hatten die Pläne erste Konturen angenommen. Mehr als 1,6 Milliarden Euro will das Unternehmen in zwei Gasfelder in Norwegen investieren. Zudem übernimmt Eon für 722 Millionen Euro den Windparkbetreiber Energi E2 Renovables Ibericas vom dänischen Stromkonzern Dong Energy.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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