KKR Kreditkrise trifft Firmenjäger

Auch Beteiligungsgesellschaften bekommen die Krise an den US-Kreditmärkten zu spüren. Mit KKR warnte nun einer der größten Finanzinvestoren vor sinkenden Erlösen aus seinen Investments - mit möglichen Folgen für bereits vereinbarte Übernahmen.

New York - Die Finanzierung von Übernahmen könne wegen der zunehmenden Risikoscheu der Anleger immer teurer werden, teilte Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR)  im Vorfeld des geplanten Börsengangs mit. Die Firma bestätigte zudem Ermittlungen der US-Kartellbehörden wegen möglicher Absprachen bei Übernahmen.

Angesichts der Hypothekenkrise in den USA werden Banken bei der Kreditvergabe immer restriktiver, da sie die Darlehen an den Kapitalmärkten derzeit kaum mehr weiterverkaufen können. Dies führt dazu, dass die Beteiligungsfirmen, die ihre Milliardenübernahmen mit Fremdkapital finanzieren, dafür nun tiefer in die Tasche greifen müssen. Das schmälert die sonst so satten Renditen beim späteren Weiterverkauf. Einige bereits vereinbarte Übernahmen hängen nun sogar wieder in der Schwebe, weil die Banken die Kredite nicht am Markt platzieren konnten.

Dies gilt beispielsweise für die größte Übernahme durch eine Beteiligungsfirma, nämlich der des texanischen Versorgers TXU für mehr als 32 Milliarden Dollar, an der auch KKR beteiligt ist. Insgesamt bezifferte die Gesellschaft das Volumen noch offener Deals mit 5,25 Milliarden Dollar.

Auch KKR-Wettbewerber Blackstone  hatte am Montag von einem herausfordernden Marktumfeld gesprochen, das die Geschäfte weiter belaste. Dabei verwies Blackstone-Chef Stephen Schwarzman auf schwierige Finanzierungsbedingungen im Zuge der Hypothekenkrise in den USA. Firmen-Präsident Hamilton James sagte, es werde wegen der faktisch eingefrorenen Kreditmärkte immer schwieriger, neue Übernahmemöglichkeiten zu finden.

Kurzfristig werde dies die Ergebnisse belasten. Im zweiten Quartal hatte sich der Gewinn noch auf rund 775 Millionen Dollar mehr als verdreifacht. Seit dem Börsengang von Blackstone im Juni habe die Deal-Aktivität aber stark nachgelassen. Bei dem IPO und dem gleichzeitigen Einstieg Chinas nahm die Gesellschaft 7,5 Milliarden Dollar ein.

Auch KKR plant den Gang aufs Börsenparkett. Doch wegen der jüngsten Turbulenzen an den Märkten wurde spekuliert, ob die Gesellschaft diesen Schritt noch aufschiebt. In der Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht war davon aber keine Rede. KKR bestätigt darin indes Untersuchungen des Justizministeriums, von denen Reuters bereits im Oktober berichtet hatte. Es geht darum, ob sich KKR und andere konkurrierende Beteiligungsfirmen bei Übernahmeversuchen gezielt abgesprochen haben, um einen besseren Preis zu erzielen. KKR erklärte, mit den Behörden zu kooperieren.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.