Kreditkrise Das japanische Hilfspaket

Nach der Europäischen Zentralbank schießt nun auch die japanische Notenbank zusätzliche Milliarden in den Geldmarkt - immerhin 6,18 Milliarden Euro. So sollen die Auswirkungen der Hypothekenmarktkrise in den USA abgefedert werden.

Tokio - Die Auswirkungen der US-Hypothekenmarktkrise haben am Freitag auch die japanische Notenbank (BOJ) dazu veranlasst, den Geldmarkt mit zusätzlichen Milliarden zu versorgen. Die Bank of Japan pumpte eine Billion Yen (umgerechnet 6,18 Milliarden Euro) in den Geldkreislauf. Auch die australische Zentralbank stellte gut drei Milliarden Euro in diesem Schnelltenderverfahren zur Verfügung.

"Der Schritt war eine Reaktion auf die Bedingungen am Markt", sagte ein BOJ-Vertreter. Im Zuge der Hypothekenmarktkrise in den USA waren am Freitagvormittag die Aktienkurse in Tokio zurückgegangen. Zugleich setzte eine Flucht in Staatsanleihen ein, die in Zeiten der Krise als sicherer Hafen gelten.

Sowohl in den USA als auch in der Euro-Zone waren die Tagesgeldsätze am Donnerstag kräftig angestiegen, da zahlreiche Banken ihre Geldbestände horteten, um im Falle einer Ausweitung der Krise über genügend flüssige Mittel zu verfügen. Die Europäische Zentralbank (EZB) reagierte mit einem Schnelltender und stellte 94,841 Milliarden Euro zusätzliche Mittel für den Geldkreislauf zur Verfügung.

Der Auslöser für die jüngsten Turbulenzen kam aus Frankreich: Am Morgen hatte die französische Großbank BNP Paribas in Folge der US-Hypothekenkrise die Berechnung des Werts von drei Fonds über 1,6 Milliarden Euro ausgesetzt und diese damit faktisch eingefroren. Auch die deutsche Privatbank Sal. Oppenheim sah sich gezwungen, einen Fonds mit einem Volumen von 750 Millionen Euro vorerst zu schließen.

manager-magazin.de mit Material von reuters