OMX Dubai bietet gegen Nasdaq

Die Dubaier Börse hat 4,9 Prozent am skandinavischen Börsenbetreiber OMX gekauft. Zudem hält sie die Option auf weitere 22,5 Prozent. Auch die amerikanische Nasdaq bietet für den Wettbewerber aus Stockholm.

Stockholm - Die Börse in Dubai kauft sich bei dem nordeuropäischen Wettbewerber OMX ein und eröffnet damit einen milliardenschweren Bieterkampf mit der US-Technologiebörse Nasdaq . Die Staatsholding Börse Dubai erwarb am Donnerstag 4,9 Prozent der OMX-Anteile und sicherte sich Optionen auf weitere 22,5 Prozent.

Der von den Arabern gebotene Preis von 230 Schwedische Kronen je Aktie liegt deutlich über dem der Nasdaq-Offerte für die gesamte OMX von rund 200 Kronen. Analysten zufolge plant die Dubaier Börse auch eine Übernahme der Nordeuropäer. Ein Berater des arabischen Finanzplatzes sagte jedoch, ob es dazu komme, sei noch nicht entschieden.

Die Börse Dubai ist eine Holding-Gesellschaft, die die Staatsanteile an den Börsen Dubai Financial Markets und Dubai International Financial Exchange bündelt. Sie hatte zunächst Zusagen über 25 Prozent der OMX-Aktien als Bedingung für ihren Einstieg genannt. Die OMX-Papiere zogen daraufhin kräftig um fast 7 Prozent an.

Mit den Zusagen steht die Dubaier Börse vor einem OMX-Anteil von 27,4 Prozent. Das schwedische Wertpapierrecht schreibt ab einem Anteil von 30 Prozent ein Übernahmeangebot vor. Aus Kreisen verlautete am Abend, Verteter der Dubaier Börse würden kommende Wochen nach Schweden reisen, um OMX-Aktionäre zu treffen.

Der nordeuropäische Börsenbetreiber mit Handelsplätzen in Schweden, Dänemark, Finnland, Island und den baltischen Staaten wollte die Pläne des Rivalen nicht kommentieren. Die Nasdaq verwies auf ihr Angebot über 3,7 Milliarden Dollar für die OMX, das sie bereits im Mai vorgelegt hat und das von der OMX-Führung unterstützt wurde. Die zweitgrößte US-Börse forderte die OMX-Aktionäre auf, nicht auf die Offerte aus Dubai einzugehen.

Die Nasdaq hatte in der Vergangenheit schon einmal das Nachsehen bei einem großen Fusionsvorhaben. Das US-Unternehmen blitze mit seinem Plan ab, den Londoner Konkurrenten LSE zu übernehmen. Börsenbetreiber weltweit stehen derzeit unter massivem Fusionsdruck, da die Konkurrenz härter wird und die Gewinnmargen sinken. Nicht zuletzt wegen des Wunsches von Anlegern nach einem länderübergreifendem Handel auch über Zeitzonen hinweg erlebt die Börsenlandschaft derzeit eine massive Veränderung.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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