Tui Ergebnis bricht um 85 Prozent ein

Tui hat im zweiten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Das verdankt der Konzern jedoch einer Steuergutschrift. Operativ lief das Geschäft mit Touristik und Schifffahrt noch schlechter als gewohnt.

Hannover - Der Reise- und Schifffahrtskonzern Tui  hat im zweiten Quartal in seinen beiden Geschäftsfeldern deutlich weniger verdient als im Vorjahr und damit die Erwartungen der Analysten klar verfehlt. In der Touristik brach das operative Ergebnis wegen der Buchungsflaute im Frühsommer regelrecht ein. Die Schifffahrt rutschte wegen unverändert niedriger Frachtraten erneut in die roten Zahlen.

Wie Tui am Donnerstag mitteilte, schmolz deshalb das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) trotz eines stabilen Umsatzes um mehr als 85 Prozent auf 18 Millionen Euro.

Die Analysten hatten mit einem wesentlich geringeren Rückgang im Schnitt auf 75 Millionen Euro gerechnet. Dank einer Steuergutschrift steigerte Tui im zweiten Quartal den Angaben zufolge das Konzernergebnis auf 68 Millionen Euro (Vorjahr: 39 Millionen). Dies reichte allerdings nicht, um den Verlust des ersten Quartals auszugleichen.

Zur Jahreshälfte weist das Hannoveraner Unternehmen deshalb einen Konzernverlust von 38 Millionen Euro (Vorjahr: 65 Millionen) aus. Für das zweite Halbjahr zeigte sich der Konzern in beiden Sparten optimistischer. Das Reisegeschäft habe sich inzwischen erholt. Konzernweit lägen die gebuchten Umsätze für die Sommersaison derzeit 3,5 Prozent über dem Vorjahr. In der Schifffahrt stiegen die Frachtraten inzwischen wieder. Deshalb sei im zweiten Halbjahr mit einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses zur rechnen.

Mit 5,2 Milliarden Euro blieb der Konzernumsatz von April bis Juni nahezu auf dem Vorjahresniveau, wie von den Experten auch erwartet. Die Touristik steuerte gut 3,6 Milliarden Euro bei, die Schifffahrt gut 1,5 Milliarden Euro. Der Ergebniseinbruch in der Touristik um zwei Drittel auf 48 Millionen Euro zieht sich Tui-Angaben zufolge durch alle Regionen. Der Aktienkurs sank am Donnerstagmorgen um 2,14 Prozent auf 19,70 Euro.

Tuifly leidet unter schwacher Auslastung

Tuifly leidet unter schwacher Auslastung

In Deutschland bekam die Flugtochter Tuifly ihre Maschinen nicht ausreichend gefüllt, weil die gesamte Reisebranche im April und Mai unter fehlenden Buchungen litt. Das Ergebnis in Europa Mitte (mit Deutschland) fiel um ein Drittel auf 47 Millionen Euro. In Großbritannien und Skandinavien (Europa Nord) rutschte die Reisesparte im zweiten Quartal in die roten Zahlen, in Frankreich (Europa West) erhöhte sich der operative Verlust.

In der Schifffahrt transportierte die Reederei Hapag-Lloyd mit knapp 1,4 Millionen Standardcontainern 7,4 Prozent mehr Fracht als im Vorjahresquartal. Die allerdings immer noch 5,6 Prozent niedrigeren Frachtraten hätten zu einem Quartalsverlust von 15 Millionen Euro nach einem Gewinn von fünf Millionen Euro geführt, teilte Tui mit.

Optimistischer Ausblick

Der Buchungsumsatz für die Sommersaison liege mit 3,5 Prozent im Plus, die Zahl der Gäste liege 7,9 Prozent höher als im Vorjahr, teilte Tui mit. Vor allem in den Quellmärkten Großbritannien und Europa West soll sich das Geschäft durch den Wegfall bisheriger Belastungen verbessern. In Europa Mitte stünden die Ergebnischancen aus einem sich sehr gut entwickelnden Reiseveranstaltergeschäft einer voraussichtlich niedrigeren Auslastung der Fluggesellschaft Tuifly gegenüber. Die für Anfang September geplante Fusion der Touristiksparte mit First Choice Holidays  werde das Ergebnis zusätzlich prägen.

In der Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd rechnet Tui mit positiven Ergebnisbeiträgen im zweiten Halbjahr. Bereits im zweiten Quartal kletterte die Sparte entgegen den Erwartungen der Analysten in die schwarzen Zahlen. Nach einem Ebita-Verlust von 41 Millionen Euro im Vorjahr wies der Bereich nun einen Gewinn von 13 Millionen Euro aus und zog so mit der Touristik gleich. Der Umsatz ging hingegen etwas stärker als erwartet um 4,2 Prozent auf 1,538 Milliarden Euro zurück.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.